Mieter alarmiert: Rätsel um schwarzes Trinkwasser

Erstellt am 25. Jänner 2023 | 05:45
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Bewohner in der Bierenz-Gasse in Wr. Neustadt können kein Leitungswasser nutzen. Grund der Verunreinigung noch nicht geklärt.

Leitungswasser trinken, damit kochen, duschen, Wäsche waschen. All das können die Bewohner der Josef Bierenz-Gasse 10a hinter der Merkurcity derzeit nicht. Grund dafür sind Verunreinigungen, deren Ursprung bis jetzt rätselhaft ist. Begonnen haben die Probleme bereits im April des Vorjahres. Damals kam zum ersten Mal schwarzes Wasser aus den Leitungen. Laut der Genossenschaft „Neue Heimat“ war es damals ein defekter Wärmetauscher, Heizungswasser kam in den Trinkwasserkreislauf. Das Problem sei damals auch gelöst worden, sagt Andreas Dominko von der „Neuen Heimat“ zur NÖN.

Mieter müssen auswärts duschen

Allerdings erzählen Bewohner der NÖN, dass die Verunreinigungen in den letzten Monaten immer wieder auftraten, seit Dezember verstärkt. „Das schwarze Wasser kommt schwallartig aus den Leitungen“, berichtet etwa Sylvia Bubits. Laut einigen Bewohnern gab es auch gesundheitliche Beschwerden, etwa Hautausschläge oder Magenprobleme – was sie auf das Wasser zurückführen. Diese Beschwerden seien auch bei mehreren anderen Parteien aufgetreten, „viele haben ja gar nicht gewusst, dass das Wasser verunreinigt war“, sagen sie.

„Wir haben auch mehrmals der Hausverwaltung Bescheid gesagt, aber keine Antwort erhalten“, kritisiert Mieterin Sylvia Bubits. Sie und andere seien seit dem ersten Vorfall misstrauisch und würden das Wasser schon seit Monaten nicht trinken oder sich damit waschen. „Ich habe Kinder, das ist wahnsinnig mühsam, auswärts zu duschen“, erzählt auch Bewohnerin Kerstin Kalchbrenner. In der nahegelegenen Merkurcity kaufen sie deswegen auch regelmäßig Trinkwasser. „Man muss sich vorstellen: Wir bezahlen unser Wasser aus den Leitungen und kaufen zusätzlich Wasser ein. Das geht natürlich ins Geld“, klagen die Bewohner der NÖN bei einem Lokalaugenschein ihr Leid.

Rätsel um schwarzes Wasser ungelöst

Seitens der „Neuen Heimat“ steht man vor einem Rätsel. „So etwas haben wir in unserer Firmengeschichte noch nicht erlebt, wir haben bisher trotz zahlreicher Untersuchungen keine Ursache für das verfärbte Wasser gefunden“, sagte Andreas Dominko in der Vorwoche. Man habe sogar ein Rohr aus den Leitungen geschnitten und an die technische Universität Wien geschickt, um der Sache auf den Grund zu gehen. Betroffen sein dürfte nur das Warmwasser, jedoch nicht das Kaltwasser.

Anfang der Woche stand zumindest fest, dass die Rückstände metallischen Ursprungs sind. „Wir vermuten, dass es in einigen Leitungen noch Verunreinigungen vom Vorfall im April gibt, aber zu hundert Prozent wissen wir es nicht“, so Andreas Dominko. Denn rätselhaft sei, dass sich die Verunreinigung im Wasser nicht absetzten würde, „so verhält sich Heizungswasser normalerweise nicht. So etwas haben wir auch noch nicht erlebt“.

APA-Video

Genaue Untersuchungsergebnisse – etwa was die Gesundheitsgefährdung betreffe – stehen noch aus. Vorsorglich wurde den Bewohnern aber geraten, das Leitungswasser nicht zu benützen – wie lange das noch dauert, kann nicht gesagt werden. Auf jeden Fall würden jetzt noch einmal das gesamte System, etwa der Wärmetauscher, ausgetauscht werden, dazu gäbe es noch einmal gründliche Spülungen der Leitungen. Seitens der „Neuen Heimat“ kann man sich auch Mietzinsminderungen vorstellen, dazu gibt es Mineralwasserflaschen für die Bewohner sowie gratis Eintrittskarten für das Hallenbad, um dort duschen zu können.