Wiener Neustadt

Erstellt am 15. Januar 2019, 04:47

von Sara Brandstätter

Reparaturcafé: Zweite Chance für Nähmaschine & Co.. Gemeinsam mit ehrenamtlichen Fachleuten wird gebastelt und geschraubt – dazu gibt es Kaffee und Kuchen.

Wilhelm Iser und Alexander Fuchs reparieren eine Schlagbohrmaschine.   |  Brandstätter

Ob eine Nähmaschine, die nicht mehr funktioniert, ein Bügeleisen, das nicht mehr dampft, oder eine Bohrmaschine, die sich nicht mehr einschalten lässt – all diese Gegenstände würden normalerweise im Müll landen, einfach weggeworden werden. Im Reparaturcafé gibt man den Dingen eine zweite Chance.

„Wir wollen die Leute dazu bringen, nicht gleich alles wegzuschmeißen, also der heutigen Wegwerfgesellschaft entgegenwirken“, so Volkshilfe-Mitarbeiterin Roswitha Pippan.

Christian Sudec hilft Dagmar Angst dabei, ihren Drucker zum Laufen zu bringen.  |  Brandstätter

Seit der Eröffnung im November traf man sich schon viermal zum gemeinsamen Schrauben. Jeder kann mit kaputten Gegenständen kommen und diese mit den freiwilligen und ehrenamtlichen Mitarbeitern wieder herrichten.

„Im Vordergrund steht der soziale Aspekt. Gemeinsam reparieren, Kaffee trinken und gute Gespräche führen“, schildert Volkshilfe-Mitarbeiter und SPÖ-Stadtrat Wolfgang Scharmitzer.

Es gibt eine hohe Nachfrage im Café

Dass diese Idee großen Anklang findet, merkt man sofort am Andrang in der „Reparaturwerkstatt“. Fast 40 Personen waren vergangene Woche da, um ihren Haushalts- oder Gebrauchsgegenständen neues Leben einzuhauchen.

„Unsere teure Kamera, knappe drei Jahre alt, hat nicht mehr funktioniert. Nach 25 Minuten herumbasteln ging sie wieder einwandfrei. Meine Frau hätte drei Purzelbäume geschlagen, wäre sie dabei gewesen“, sagt Conny Köllner, der extra aus Neunkirchen gekommen ist. Er möchte so einen Treffpunkt auch in seiner Heimatstadt initiieren.

Conny Köllner, Wolfgang Scharmitzer und Roswitha Pippan schauen sich ein Bügeleisen an.   |  Brandstätter

Auch Dagmar Angst zeigte sich begeistert von dem Angebot: „Es tut mir leid, so neue Geräte wegzuwerfen. Mein Drucker ist gerade einmal ein Jahr alt.“ Und dass es neben der Ressourcenschonung auch ein persönliches Erfolgserlebnis ist, wenn die Dinge wieder funktionieren, zeigte sich bei Wilhelm Iser.

Gemeinsam mit dem ehrenamtlichen Mitarbeiter Alexander Fuchs konnte eine Bohrmaschine wieder zum Laufen gebracht werden. „Das ist so super. Sonst hätte ich sie jetzt weggeworfen“, schildert er strahlend.

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