Wiener Neustadt

Erstellt am 12. März 2018, 20:58

von Philipp Hacker-Walton, Fritz Hauke und Mathias Schranz

Stadt fixiert Stadion-Pläne. Der Gemeinderat gab einstimmig grünes Licht.

Stadt Wiener Neustadt

Die „Bietergemeinschaft STRABAG AG-PORR Bau GmbH“ wird das neue Stadion um 12,29 Millionen Euro (exklusive Umsatzsteuer) errichten. Insgesamt genehmigte der Gemeinderat Montagabend  einstimmig eine Gesamtstumme von 12,8 Millionen Euro (exklusive Umsatzsteuer), damit sollen auch Zusatzkosten für Beratung, Verträge, Gebühren etc. abgedeckt sein. „Damit bringen wir eine unendliche Geschichte zum Abschluss“, sagte ÖVP-Bürgermeister Klaus Schneeberger.

Wie bereits berichtet, finanziert die Stadt den Neubau mit dem Grundstücksverkauf des alten Areals in der Giltschwertgasse (dort werden 400 Wohnungen entstehen), für das 10,65 Millionen Euro lukriert werden konnten. Dazu gibt es Förderungen vom Land Niederösterreich, falls notwendig, sollen 600.000 Euro aus den Rücklagen von Grundstücksverkäufen entnommen werden. Dazu laufen derzeit Gespräche mit dem Bund, ob auch vonseiten des Sportministeriums eine Förderung lukriert werden kann.

Damit wird das Stadion teurer als im Grundsatzbeschluss vor einem Jahr – damals war von acht Millionen Euro die Rede gewesen. Seitens der Stadt heißt es dazu auf NÖN-Anfrage: „Aufgrund von Vorgaben der Bundesliga, der Errichtung von VIP-Räumlichkeiten sowie zusätzlichen Trainingsplätzen für den Nachwuchs, ergibt sich der erhöhte Betrag. Dieser ist jedoch durch den Verkaufserlös des bestehenden Stadionareals und der Drittelfinanzierung des Landes gedeckt.“ Wesentlich sei, dass das Stadion in dieser Dimension nur errichtet wird, wenn der SC Wiener Neustadt aufsteigt. Sonst kommt ein Stadion mit den Voraussetzungen für die 2. Bundesliga. Im Falle eines späteren Aufstiegs kann das Stadion erweitert werden. „Die 5.000 Zuschauer sind als Maximalvariante vorgesehen, die Errichtung kann, abhängig vom sportlichen Erfolg modular errichtet werden“, sagte ÖVP-Baustadtrat Franz Dinhobl.

Schwerpunkt auf Barrierefreiheit

Stadtbaudirektor Manfred Korzil präsentierte die Pläne für das Mega-Projekt. Ein Schwerpunkt wurde bei der bisherigen Planung auf die Barrierefreiheit gelegt. Auch an die Möglichkeiten der erneuerbaren Energie wurde gedacht: Die Tribünendächer sind bereits für eine mögliche Nutzung mit Photovoltaik-Anlagen vorbereitet, „die komplette Leerverrohrung hierfür ist bereits vorhanden“, so Korzil.

Die neue Arena wird neben dem Hallenbad und der Arena Nova errichtet und soll drei Tribünen haben. Dazu kommen ein bundesligataugliches Flutlicht sowie eine Rasenheizung. Gebaut werden auch zwei große Trainingsplätze (einer mit Kunstrasen) sowie zwei Kleinfeld-Trainingsplätze. Bis zum Frühjahr 2019 soll das Stadion fertiggestellt sein.

Neben der bunten Stadtregierung gaben auch SPÖ und Grüne ihr OK für das Stadion. „Heute ist ein Freudentag für die Stadt“, sagte SPÖ-Vizebürgermeister Horst Karas. Grüne-Chefin Tanja Windbüchler-Souschill wäre es „grundsätzlich lieber gewesen, das alte Stadion in der Stadt zu revitalisieren“. Sie stimmte dennoch zu: „Es gibt von mir einen Vertrauensvorschuss für das Projekt.“ Windbüchler-Souschill forderte einen „konkreten Plan, wie viel das Stadion im Betrieb kosten wird“. Außerdem brauche es ein Konzept für den Transport zum und vom Stadion, etwa ein Service mit Shuttle-Bussen, wenn Fußballspiele oder andere Veranstaltungen stattfinden.

"Drittbetreiber" im Gespräch

Die SPÖ verlangte ein Nutzungskonzept, aus dem hervorgeht, zu welchen Bedingungen die Anlagen für welche Vereine benutzbar sind. Und: Um das Stadion multifunktional verwenden zu können (etwa für Konzerte), wird diskutiert, das Stadion von einem „Dritten“ betreiben zu lassen. Dies hätte steuerliche Vorteile für die Stadt, führte ÖVP-Baustadtrat Franz Dinhobl aus. Vorstellbar sind laut Stadt die Arena Nova, die wnsks oder die KTM (Kultur/Tourismus/Marketing Gesellschaft der Stadt). Gegen eine „Privat-Lösung“ stellt sich die SPÖ. „Das Know-How, das in der Sportverwaltung vorhanden ist, sollte man einsetzen“, sagte SPÖ-Verkehrsstadtrat Martin Weber. „Wenn es hier steuerliche Vorteile gibt, ist es in Ordnung, den Betrieb durch Dritte durchführen zu lassen. Bei richtig großen Veranstaltungen wird man wohl ohnehin auf Event-Agenturen zurück greifen müssen.“

Die SPÖ stellte einen Abänderungsantrag, der vor allem den geplanten Betrieb durch einen „Dritten“ betrifft und mit dem u.a. künftige Zuschüsse der Stadt an einen „Dritten“ ausgeschlossen werden sollten. Der Antrag wurde abgelehnt.

„Wir haben ein Projekt präsentiert bekommen, das Wiener Neustadt als Sportstadt einen Meilenstein nach vorne wirft“, sagte FPÖ-Sportstadtrat Philipp Gerstenmayer. „Es ist eine Bereicherung für die Stadt und für den SC Wiener Neustadt essenziell, um den Spielbetrieb in der höchsten Spielklasse gewährleisten zu können.“ Für einen konkreten Nutzungsplan sei es noch zu früh, meinte Gerstenmayer. Dies werde man erst im weiteren Verlauf der Projektplanung besprechen können.

Umfrage beendet

  • Neues Stadion Anreiz für Spiel-Besuch?