Tote (16): Polizei-Großaufgebot bei Tatrekonstruktion. Ein Großaufgebot von Polizisten war am Vormittag im Anton-Wodica-Park in Wiener Neustadt im Einsatz, in dem vor einigen Wochen ein Mord passiert war. Grund war die Tatrekonstruktion. Der 19-jährige Verdächtige sprach bezüglich der Tat von einem Unfall.

Von Redaktion noen.at und APA Red. Erstellt am 21. Februar 2019 (11:03)

Nach der Tötung einer 16-Jährigen im Jänner in Wiener Neustadt (wir hatten berichtet, siehe ganz unten) hat am Donnerstag die Tatrekonstruktion stattgefunden. Der 19 Jahre alte Verdächtige sprach dabei laut Verteidiger Andreas Reichenbach davon, dass die Jugendliche in Folge eines Unfalls gestorben sei. Dies widerspreche der Spuren- und sonstigen Beweislage, sagte Erich Habitzl von der Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt.

Bei der Rekonstruktion des Geschehens im Anton-Wodica-Park waren der Haftrichter, die Staatsanwaltschaft, die Sachverständigen, Polizei, Verteidiger Reichenbach und ein Privatbeteiligten-Vertreter anwesend. Der Verdächtige habe vorgezeigt, wie der Ablauf am 13. Jänner "aus seiner Sicht war", sagte Reichenbach.

Der 19-Jährige habe mit dem späteren Opfer einen Treffpunkt im Park vereinbart, danach seien beide auf einer Bank gesessen. In der Folge soll sich ein Streit entwickelt haben. Die 16-Jährige sei "auf die Bank gestiegen, dort abgestürzt und mit dem Hals gegen die Kante der Lehne geflogen", schilderte der Rechtsanwalt die Angaben seines Mandanten. Die Jugendliche sei demnach innerhalb weniger Minuten tot gewesen.

Der Verdächtige räumte Reichenbach zufolge ein, dass er seine Ex-Freundin später unter einem Laubhaufen verscharrt habe. "Er ist in Panik geraten", sagte der Rechtsanwalt. Der 19-Jährige habe zum Tatzeitpunkt "Drogen intus gehabt". Im Rahmen der Tatrekonstruktion habe der Syrer teilweise sehr emotional reagiert, unter anderem auf den Vorhalt des Sachverständigen, dass er die 16-Jährige mit einem Gürtel angegriffen haben soll.

Habitzl bestätigte auf APA-Anfrage, dass der Beschuldigte den Mordvorwurf bei der Tatrekonstruktion bestritten hat. Der 19 Jahre alte Asylberechtigte befindet sich in U-Haft, die nächste Haftverhandlung findet laut Staatsanwaltschaft am 27. Jänner statt. Der Verdächtige war Anfang Februar von Wiener Neustadt in die Justizanstalt Eisenstadt verlegt worden.

Bereits seit mehr als einem Monat sucht die Exekutive nach zwei Taxilenkern, die den Verdächtigen und die 16-Jährige vor der Tat in Richtung Anton-Wodica-Park gefahren haben sollen. Zu den beiden gebe es noch keine Hinweise, teilte die Landespolizeidirektion Niederösterreich am Donnerstag auf Anfrage mit.

Der 19-Jährige soll am 13. Jänner seine 16-jährige Ex-Freundin erwürgt und in dem Park mit Blättern und Ästen bedeckt haben. In einem von der Polizei aufgenommenen Protokoll hat der Verdächtige laut Staatsanwaltschaft die Tat eingeräumt, ohne Verteidiger danach aber nichts mehr gesagt und schließlich die Unterschrift verweigert. Ein Sachverständigengutachten hat inzwischen die Altersangaben des Syrers bestätigt, wonach er 1999 geboren ist. Im Fall einer Anklageerhebung wegen Mordes beträgt der Strafrahmen für junge Erwachsene (18 bis 21 Jahre) bis zu 15 Jahre Haft.