Tote Jugendliche: Verdächtiger geständig. Nach dem Fund der Leiche einer 16-Jährigen in Wiener Neustadt hat der 19 Jahre alte Verdächtige am Montagvormittag bei einer Einvernahme zugegeben, das Mädchen umgebracht zu haben.

Von Redaktion, APA. Update am 15. Januar 2019 (10:45)
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"Zu den Details hat er sich aber bedeckt gehalten", sagte Markus Bauer von der Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt auf Anfrage. Der Beschuldigte wurde in die Justizanstalt Wiener Neustadt eingeliefert.

Bauer zufolge wurde der Verdächtige am Montagvormittag zwei Mal einvernommen. Die Entscheidung über die Verhängung der Untersuchungshaft gegen den 19 Jahre alten Syrer, der nach dem Fund der Leiche einer 16-Jährigen festgenommen wurde, ist für den späten Dienstagnachmittag geplant gewesen. Laut einer Sprecherin des Landesgerichts Wiener Neustadt wurde dafür ein Dolmetscher angefordert.

Bürgermeister Schneeberger "fassungslos"

Wiener Neustadts Bürgermeister Klaus Schneeberger (ÖVP) hat sich nach dem Verbrechen "fassungslos" gezeigt. Er verwies am Montag in einer Aussendung auf Medienberichte, wonach gegen den mutmaßlichen Täter im Jahr 2018 ein Asylaberkennungsverfahren gelaufen sei, weil dieser straffällig geworden sei und auch sein späteres Opfer misshandelt haben soll.

"Wenn ein Asylwerber in Österreich straffällig wird, muss er abgeschoben werden", betonte der Bürgermeister. Er erneuere diese Forderung einmal mehr. "Dass bei einer Asylaberkennung im Vorjahr diese Tat womöglich verhindert hätte werden können, macht mich traurig und wütend zugleich."

Wiener Neustadt habe "geschockt" auf die Nachricht vom Mord an der 16-Jährigen reagiert, teilte Schneeberger zudem mit. "Unser Mitgefühl gilt in diesen schweren Stunden ihrer Familie."

Es gab Anzeige gegen Verdächtigen

Michael Bauer von der Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt bestätigte am Montag Medienberichte, wonach gegen den 19-Jährigen einschlägige Anzeigen vorgelegen waren. "Die Staatsanwaltschaft hat im Dezember 2018 Strafantrag beim Bezirksgericht Wiener Neustadt gegen den Mann erhoben", sagte der Sprecher. Vorgeworfen wurden dem Syrer demzufolge sexuelle Belästigung und Körperverletzung.

"Beides zum Nachteil des späteren Opfers", teilte Bauer mit. Zum Obduktionsergebnis machte der Staatsanwaltschafts-Sprecher mit Verweis auf das fehlende schriftliche Gutachten keine weiteren Angaben.

Verdächtiger hatte aufrechten Asylstatus

Der 19-Jährige hatte einen aufrechten Asylstatus. Ein Aberkennungsverfahren gegen den Mann wurde 2018 eingestellt, sagte Christoph Pölzl, Sprecher des Innenministeriums, auf eine APA-Anfrage an das Bundesamt für Fremdenwesen und Asyl. Ein entsprechendes Verfahren wurde demnach am Montag erneut eingeleitet.

Den rechtlichen Rahmen für die Möglichkeit einer Aberkennung des Schutzstatus bilden die sogenannte Status-Richtlinie und die Genfer Flüchtlingskonvention. Verlangt werde etwa das Vorliegen eines besonders schweren Verbrechens, teilte Pölzl mit. Die Definition ergebe sich durch die aktuelle Judikatur der Höchstgerichte. Im Fall des 19-Jährigen sei 2018 kein solches Verbrechen vorgelegen, sagte der Sprecher.

Gerüchten um eine nicht durchgeführte Abschiebung des Verdächtigen erteilte Pölzl eine Absage. Weitere Details gab der Sprecher aus Datenschutzgründen nicht bekannt.