Ärger über Verbauung in Sollenau

Anrainer befürchten großvolumigen Wohnbau in der Nachbarschaft. Gemeindeführung sieht darin aber einen Mehrwert.

Doris Damböck Erstellt am 16. September 2021 | 05:03
440_0008_8175604_wrn35dd_verbauung_sollenau.jpg
Das freie Grundstück wurde an eine Genossenschaft verkauft.
Foto: zVg

René Tik hat ein Einfamilienhaus in der Heide-rosengasse. An sich eine idyllische Wohngegend, wenn da nicht vor kurzem das Nachbargrundstück an eine Genossenschaft verkauft worden wäre. Der Anrainer befürchtet nun eine weitere „Zupflasterung“ der Gemeinde: „Ich heiße schon nicht gut, was aktuell bei uns in der Maria Theresienstraße und der Ebenseer Straße gebaut wird. In diesem Fall betrifft es direkt uns und unsere Nachbarn in der Heiderosengasse.“

Es soll hier eine Reihenhaussiedlung entstehen und auf der angrenzenden, ehemaligen Bahntrasse soll die Zufahrtsstraße errichtet werden. Interessantes Detail: Das Grundstück ist (noch) nicht in Bauland umgewidmet. „Hätte man das Grundstück selbst umwidmen lassen wollen, wäre das in 1.000 Jahren nicht möglich gewesen“, so der Anrainer.

Und was ist mit dem Baustopp, der in Sollenau existiert? Wie SPÖ-Bürgermeister Stefan Wöckl erklärt, sei das Grundstück erst einmal gekauft worden, es werde dort noch nichts gebaut. Dass dort aber etwas gebaut werde, liege allerdings im Interesse der Gemeinde: „Auf dem Luftbild sieht man deutlich, dass mitten im Wohngebiet eine Baulücke ist. Wenn dort ein Bauprojekt entsteht, werden wir das nicht verhindern wollen. Für die Gemeinde besteht dort ein Mehrwert.“

Generell sei das Interesse von Genossenschaften an Grundstücken in Sollenau groß, so Wöckl. Die ÖVP hingegen versteht die Befürchtungen von René Tik sehr gut. „Wir fordern seit vielen Jahren ein Großkonzept für Sollenau“, erklärt ÖVP-Gemeinderat Gerald Spiess, „wir wollen keine Verstädterung, es soll ländlich bleiben.“