Öko-Strom für die Gemeinde Ybbsitz. Turbine beim Kraftwerk „Am Wöhr“ eingebaut. Kraftwerk soll Ende Juli ans Netz gehen.

Von Leo Lugmayr. Erstellt am 03. Juni 2020 (05:04)
Gemeinderat Herbert Fahrnberger, Baumeister Alfred Schaufler, Bürgermeister Gerhard Lueger und Georg Bauernfeind (von links) beim Einbau der Kaplan-Turbine im Flusskraftwerk.
Lugmayr

Insgesamt 950.000 Euro investiert die Gemeinde Ybbsitz derzeit in die ökologische Stromversorgung mit dem Bau des Flusskraftwerks „Am Wöhr“ an der Kleinen Ybbs im Ortsgebiet. Am Mittwoch wurde die Kaplan-Turbine geliefert und eingebaut, die künftig den gesamten Strombedarf der Gemeinde samt Freibad, Schulen, FeRRUM, Haus der Begegnung und Straßenbeleuchtung abdecken soll.

„Wir haben als Gemeinde einen Strombedarf von etwa 150.000 Kilowattstunden (kWh) im Jahr. Das Kraftwerk ist so ausgelegt, dass es bis zu 400.000 kWh Strom im Jahr liefern kann“, sagt Bürgermeister Gerhard Lueger. Damit will sich die Gemeinde nicht nur 30.000 Euro pro Jahr an Stromkosten ersparen, sondern kann zusätzlich zwei Drittel des erzeugten Stroms ins Stromnetz liefern und daraus finanzielle Erlöse erzielen. Lueger rechnet mit einer Amortisierung der Baukosten in 25 bis 30 Jahren.

„Das ist eine Investition in die ökologische Zukunft der Gemeinde, von der noch künftige Generationen profitieren werden, und ein Signal in Richtung Umweltverantwortung“, sagt Lueger.

Verteilerzentrum und Einspeisungsportal für den Strom sind bei der Neuen Mittelschule bereits betriebsbereit, von dort wird der Strom an die Gemein de einrichtungen und die Straßenbeleuchtung verteilt. Die Kaplan-Turbine kann eine Spitzenleistung von 90 Kilowatt erbringen. Rechnet man mit einem Durchfluss von durchschnittlich zwei bis drei Kubikmetern Wasser pro Sekunde, ist eine Durchschnittsleistung von 45 Kilowatt realistisch. Krafthaus und Wasserführung sind bereits realisiert. Mit einem Abschluss der Arbeiten rechnet Lueger Ende Juli. Dann könnte das Kraftwerk noch vor der Heizperiode ans Netz gehen.

Fotovoltaik auf 1.600 Quadratmetern

Ybbsitz ist auch bei der Fotovoltaik Vorreiter. Bereits 2013 hat die Gemeinde groß in Fotovoltaikanlagen investiert. Mit drei Standorten – am Dach der Mittelschule, bei der Kläranlage und auf einer Freifläche in der Ortsmitte – erreicht die Ybbsitzer Gemeindefotovoltaik auf einer Modulfläche von zirka 1.600 Quadratmetern eine Nennleistung von 190 Kilowatt peak (kWp).