Aufschrei der Fußballer: „Haus ist Bruchbude“

Erstellt am 13. März 2012 | 00:00
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Web-Artikel 13233
Foto: NOEN
KATASTROPHAL / Sektionsleiter des KSV Böhlerwerk schlägt Alarm: Beim Vereinshaus herrsche akuter Handlungsbedarf.

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Desolat: Die Dachrinne hängt von der Ausschankhütte herunter.
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VON STEFAN HACKL

BÖHLERWERK / Zehn engagierte Trainer, 120 begeisterte Nachwuchskicker und ein traditionsreicher Name: Der KSV Böhlerwerk hat viele gute Seiten, aber er hat auch eine ganz schlechte: sein Vereinshaus. Fußball-Sektionsleiter Harald Matzinger findet dafür nur mehr ein Wort: „Bruchbude.“

Am vergangenen Freitag führte er seine Gemeinderatskollegen durch die desolaten Räumlichkeiten: Die Fenster im Obergeschoß können nicht mehr geöffnet werden. Die Gästekabine erinnert - ohne Übertreibung - an tiefste Ostblockzeiten. Notdürftig sind auch die Dressen der sechs Nachwuchsteams in einem winzigen Kammerl verstaut.

Kaum Renovierungen  seit dem Jahr 1957

Der auf der anderen Seite des Sportplatzes befindliche Ausschankbereich macht keinen besseren Eindruck: Die Dachrinne hängt herab, der Strom fällt regelmäßig aus. „Wir vom Vorstand sehen keine Motivation mehr. Es kann so nicht weiter gehen. Das ist nicht fair gegenüber unseren jungen Spielern, den Eltern und den gegnerischen Teams“, seufzt Matzinger.

1957 wurde der Platz in Böhlerwerk errichtet. Er steht auf Gemeindegrund, wurde aber vom Verein Volksheim verwaltet. Die verschiedensten Vereine wie der Liederkranz oder die Schachsektion waren einst im Haus untergebracht. Renoviert wurde nur sehr spärlich. So kam es zum heutigen trostlosen Zustand.

Gespräche über Fusion  mit dem ATUS Rosenau

Matzinger, seit drei Jahren im Amt, sowie seine Vorstandskollegen wollen das nicht länger hinnehmen. Sie drängen auf den Bau eines neuen Vereinshauses beim Beachvolleyplatz (hinter dem derzeitigen Ausschankbereich): „Denn nur dann ist ein richtiges Vereinsleben möglich.“

Für den Neubau sind die KSV-Kicker auch bereit, bisher bestehende Gräben zu überwinden. Mit der Tennissektion ist man sich laut Matzinger über ein gemeinsames Haus einig.

Ebenso will er die Gespräche über eine Fusion mit der Fußballsektion des ATUS Rosenau wieder aufnehmen. Bürgermeister Thomas Raidl (VP) betonte, dass eine Fortsetzung dieses Dialogs auch sein „großer Wunsch“ sei. Er schätze das Engagement des KSV und werde gemeinsam mit Sportreferenten Heimo Henögl (SP) an einer Lösung arbeiten. „Wir bleiben im Gespräch. Mehr kann ich zum jetzigen Zeitpunkt nicht sagen.“

Finanzielle Lage erlaubt  keine großen Sprünge

Hintergrund ist die prekäre finanzielle Lage der Abgangsgemeinde Sonntagberg, die keine großen Sprünge erlaubt. Zweimal musste das Land NÖ schon eine Million Euro zum Haushaltsausgleich zuschießen. Über den Schuldenstand sei er sich im Klaren, sagte Harald Matzinger, der für die Sozialdemokraten im Gemeinderat sitzt. „Aber auch in den Nachbargemeinden war der Bau von Vereinshäusern mithilfe des Landes möglich. Das muss doch auch bei uns gehen.“

Visionen hat der Sektionsleiter genug: Diese Woche wird eine neuartige Kooperation im Nachwuchsbereich mit Allhartsberg und Hausmening vorgestellt. Als Hemmschuh gilt aber auch da die desolate Infrastruktur. Pikanterweise ist nur ein Raum am KSV-Gelände halbwegs herzeigbar: der für den Schiedsrichter.