Wirtschaftspark Waidhofen/Ybbs: Sorge wegen Verkehr und Lärmaufkommen

Erstellt am 27. Jänner 2022 | 05:58
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Das Haus von Walter Günther befindet sich angrenzend an den neuen Wirtschaftspark. Er fürchtet, dass es in der Schwellödgasse bald mit der Ruhe vorbei ist.
Foto: Kössl
Anrainer befürchtet Beeinträchtigungen durch Gewerbepark Kreilhof. Stadtchef versichert Einhaltung aller Zusagen.

Der interkommunale Wirtschaftspark Kreilhof auf der ehemaligen Steinauerwiese nimmt bereits sehr konkrete Formen an. Die Firmengebäude der LITE GmbH, der PB Elek trotechnik GmbH und der Firma HAFO sind bereits weithin sichtbar. Die Stadt Waidhofen plant, im neuen Gewerbepark das Wertstoffsammelzentrum, den Bauhof sowie das Forst- und Wasserwerk auf einer Fläche von 12.026 Quadratmetern zusammenzuführen.

Seitens der Stadt wurde stets betont, dass in dem neuen Wirtschaftspark Ökonomie und Ökologie Hand in Hand gehen würden. Begrünte Dächer und Fassaden, Photovoltaikanlagen, Drain-Garden-Entwässerungssysteme, ein ganzheitliches Energiekonzept sowie eine fundierte Landschaftsplanung seien wesentliche Bausteine des Konzepts. Die Liste FUFU meldete zuletzt jedoch angesichts fehlender Dachbegrünungen Zweifel an der ökologischen Nachhaltigkeit des Projekts an. Seitens der WVP wurde das dementiert. Die Bürgermeisterpartei verwies darauf, dass unbegrünte Dächer mit Photovoltaikanlagen versehen würden. „Wir zeigen hier, dass Wirtschaft und Umweltschutz kein Widerspruch sind“, hielt Stadtchef Werner Krammer zuletzt gegenüber der NÖN fest.

Bedenken kommen nun jedoch auch von Anrainerseite. Walter Günther, dessen Haus am Ende der Schwellödgasse an das neue Betriebsgebiet grenzt, befürchtet künftig Beeinträchtigungen. „Es hieß, dass sich das Projekt harmonisch in die Landschaft einfüge“, sagt er. „Bislang sehe ich aber nur eine Stahlbauhalle und einen riesigen Betonkomplex.“

Befürchtung: Lärm durch Altstoffentsorgung

Als Anrainer gehe es ihm aber nicht in erster Linie um die Ökologie, sondern um einen Lärm- und einen Sichtschutz, stellt Günther klar. Dass die anfangs kommunizierte Bauhöhe von acht dann auf zwölf Meter erhöht wurde, stößt ihm auf. Außerdem befürchtet er, dass das einmal in unmittelbarer Nähe zu seinem Eigenheim befindliche Wertstoffsammelzentrum mit seinen Schutt- und Eisenentsorgungskisten bis in die Abendstunden einigen Lärm erzeugen werde. „Bei der Einhaltung der Lärmvorschriften von 55 Dezibel am Tag und 45 Dezibel nachts wird es meinerseits keine Kompromisse geben“, sagt er. Auch auf den zugesagten Sichtschutz werde er pochen.

Günther verweist auch da rauf, dass den Anrainern kommuniziert worden sei, dass keine Zufahrt zum Gewerbepark über die Schwellödgasse kommen werde. Die zuletzt an seinem Haus vorbei entlang der Ybbs angelegte Schotterstraße, auf der auch regelmäßig Fahrzeuge verkehren, macht ihn jedoch stutzig. Er möchte wissen, ob das so bleibt.

„Es gibt eine Vereinbarung mit den Anrainern, die selbstverständlich eingehalten wird“, sagt Stadtchef Krammer. „Es wird einen Lärmschutz und einen Grüngürtel geben. Daran wird nichts geändert.“

Die angesprochene Straße sei ein Teil des Geh- und Radwegnetzes, welches den Gewerbepark durchziehe, hält Krammer fest. „Es wird hier definitiv keine Zufahrt zum Wirtschaftspark geben. Das derzeitige Fahrzeugaufkommen kann ich mir nur durch die Baustelle erklären.“