Bene-Einigung mit Banken steht

Erstellt am 29. August 2013 | 09:11
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Foto: NOEN, Christian Ammering (Christian Ammering)
Der finanziell schwer angeschlagene Büromöbelhersteller Bene aus Waidhofen an der Ybbs bekommt frisches Geld und sieht seinen Fortbestand gesichert.
Am Donnerstag meldete das börsenotierte Unternehmen eine Einigung über die Restrukturierung der Finanzierung. Demnach bekommt Bene 14 Mio. Euro frische Mittel, außerdem wird die 2014 auslaufende 40-Millionen-Euro-Anleihe refinanziert. Für die ausstehenden Kredite gibt es längere Laufzeiten.

Jahresabschluss für Ende September angekündigt

"Damit verfügt Bene über einen ausreichenden finanziellen Rahmen, um seine Position als innovativer Premium-Büromöbelspezialist weiter zu stärken", heißt es in der Pflichtmitteilung. Der Vorstand sehe die Restrukturierung "auf einem guten, planmäßigen Weg".

Das Unternehmen kündigte zudem an, den Jahresbericht für das Geschäftsjahr 2012/13 sowie den Halbjahresbericht des laufenden Geschäftsjahres "voraussichtlich" am 30. September vorzulegen. Bene hatte die Veröffentlichung des Jahresabschlusses mehrmals verschoben.

Finanzvorstand Payer hofft auf positive Ergebnisse ab 2016

Der Restrukturierungsplan wurde noch Donnerstagvormittag unterzeichnet und gibt nun endgültig Anlass zu großer Hoffnung. Der Traum: "2016 zeigt die Bene AG wieder positive Ergebnisse, ist ausfinanziert, arbeitet schlank und effektiv mit einer entsprechenden attraktiven Produktpalette, die die Kunden annehmen. Daran glauben wir." Das sagte jedenfalls Finanzvorstand Rudolf Payer und verkündete: "Wir sind ausfinanziert."

Die nunmehr von den Banken aufgestellten zusätzlichen 14 Mio. Euro decken nach den Worten Payers "die Spitzen ab". Die neue Kreditlinie laufe über "die gesamte Restrukturierungslaufzeit bis 2016".

Bis zu diesem Jahr beinhaltet der unterfertigte Restrukturierungsplan auch ein "Stillhalteabkommen" mit den Gläubigerbanken. Bisherige Kreditlinien, deren Höhe Payer nicht verraten wollte, wurden ebenso verlängert.

Land NÖ kann nicht begleiten, "steht aber bereit"

Eine Anleihe im Volumen von 40 Mio. Euro, die 2014 fällig wird, werde ebenso dank des Stillhalteabkommens durch die Banken refinanziert, so Payer, der auch Produktionsvorstand der AG ist.

Ob das Land NÖ eine Rolle bei der Restrukturierung spielt? "Das Land kann aufgrund rechtlicher Rahmenbedingungen keine Restrukturierung begleiten", erklärte der Finanzvorstand dazu. "Aber das Land steht bereit, uns möglicherweise bei Großprojekten oder laufenden Krediten auszuhelfen." Konkreter wollte Finanz- und Produktionsvorstand Payer hierzu nicht werden.

Zu den Ermittlungen nach einer Anzeige wegen mutmaßlicher Konkursverschleppung sagte der Bene-Vorstand, dass die Vorhalte jeglicher Grundlage entbehrten und diese "mit Abschluss des Restrukturierungsplans heute erledigt" seien.

Über 200 Arbeitsstellen weniger, am meisten betroffen ist Hauptsitz in Waidhofen

Zum laufenden Mitarbeiterabbau sagte Payer, dass dieser heuer mit 260 Stellen für die Restrukturierung ausreiche. Damit sinkt die Zahl der Arbeitsstellen von bisher 1.350 auf 1.090. Hauptbetroffen ist der Hauptsitz in Waidhofen an der Ybbs, aber auch bei Vertriebsstandorten werden Stellen wegfallen.

Welche Vertriebsstandorte überhaupt aufgegeben werden, wollte Payer noch nicht verraten. "Intern ist der Plan zwar fertig, aber eine gewisse Zeit ist noch nötig, um die Mitarbeiter noch zu informieren."

Nachdem es zuletzt von der Bene nach mehreren Verschiebungen geheißen hatte, der Jahresfinanzbericht werde "voraussichtlich im Oktober 2013 erfolgen", geht Payer nunmehr davon aus, dass dieser am 30. September veröffentlicht wird.