Tiere als Weihnachtsgeschenk: Nicht aussetzen!

Erstellt am 28. Dezember 2017 | 04:12
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Sabine Offenberger ist Obfrau des Tierschutzvereins und setzt sich für einen respektvollen Umgang mit Tieren ein.
Foto: privat
Die Obfrau des TSV Ybbstal, Sabine Offenberger, erzählt von Problemen in der Weihnachtszeit und Möglichkeiten zur Unterstützung.

Sechs Hundebabys wurden in der Vorwoche in Waidhofen an der Ybbs bei Minustemperaturen in einem Schuhkarton dem sicheren Tod überlassen, wären sie nicht zufällig entdeckt worden. Über das ganze Jahr verteilt, aber gerade auch rund um die Weihnachtszeit, kommt es immer wieder vor, dass Tiere ausgesetzt werden.

Gassi gehen oder Futterspenden: Man muss nicht untätig zusehen

„Meist handelt es sich um Weihnachtsgeschenke, mit denen der neue Besitzer dann nicht zurecht kommt. Bei Hunden und Katzen ist das nicht so oft der Fall. Kleintiere und Nager sind da weitaus ärmer dran, weil Kinder oft schnell das Interesse verlieren“, sagt Sabine Offenberger, Obfrau des Tierschutzvereins Ybbstal.

Bei all dem Tierleid muss man aber nicht untätig zusehen: „Wir suchen immer wieder Leute, die in ihrer Freizeit mit Hunden aus unseren Pflegestellen Gassi gehen wollen. Das ist ideal für jene, die sich keinen Hund zulegen können. Dazu muss man lediglich bei der Tierschutznummer anrufen, von dort aus wird man dann zu einer Pflegestelle vermittelt“, so Sabine Offenberger. Diese gibt es unter anderem in Amstetten, Mauer und Waidhofen/Ybbs.

Eine weitere Möglichkeit wäre, Futter zu spenden. Es wird dringend Hunde- und Katzennahrung benötigt, um alle Pflegetiere in der Region, aber auch Streuner versorgen zu können. Auch offene Futtersäcke werden angenommen. Der Tierschutzverein bietet zudem T-Shirts und Kalender an, um die Tierhaltungskosten zu finanzieren.

Nach erstem Fund „zur Pflegestelle geworden“

„Wer den nötigen Raum und die Zeit hat, um Hunde oder Katzen für einen bestimmten Zeitraum aufzunehmen, kann sich als Pflegeplatz bei uns melden. Der Verein kommt für die Kosten des Tieres auf“, erklärt die Obfrau.

Die 46-Jährige ist hauptberuflich Hundetrainerin und engagiert sich seit ungefähr zehn Jahren für den Tierschutz. Seit März 2015 ist Sabine Offenberger Obfrau des Tierschutzvereins.

Wie sie zur Tierschützerin geworden ist, erklärt sie so: „Ich bin tiernah aufgewachsen. Im Jahr 2005 ist mir dann bei einer Autofahrt durch den Bezirk ein Dalmatiner vors Auto gelaufen. Er war nicht gechipt und wurde auch nicht vermisst. Also habe ich „Findus“ aufgenommen und bin seitdem zur Pflegestelle geworden.“

Bei dem einen Hund ist es aber natürlich nicht geblieben. Mittlerweile kümmert sich Offenberger um acht Hunde und sieben Katzen. Allesamt Tiere, die sonst niemand haben wollte oder die eine schlimme Vergangenheit durchlebt haben.