Derivatgeschäfte vom Tisch

Erstellt am 20. März 2014 | 14:29
Lesezeit: 2 Min
Dieser Artikel ist älter als ein Jahr
Neuhofen-Eidler.jpg
Foto: NOEN, zVg
Neuhofen an der Ybbs / Neuhofen drohten Verluste in Millionenhöhe. Nach langen, zähen Verhandlungen haben Gemeinde und Raiffeisenlandesbank nun aber Vergleich geschlossen.
Von Hermann Knapp      

Das Schlimmste ist offenbar abgewendet: Derivat-Geschäfte aus den Jahren 2005 bis 2010 bescherten der Gemeinde Neuhofen hohe Verluste. Mit Stichtag 5.9.2013 stand sie bei der Raiffeisenlandesbank mit 1.048.833,80 Euro in der Kreide. Die Gemeinde wollte nicht zahlen und zweifelte auch das rechtmäßige Zustandekommen der Geschäfte an. Sogar ein Gerichtsprozess drohte.

Jetzt haben sich die Gemeinde und  Geldinstitut nach langen und sehr zähen Verhandlungen auf einen Vergleich geeinigt, dem der Gemeinderat am 18. März mit Stimmen der ÖVP zugestimmt hat (FPÖ und SPÖ enthielten sich).

Wie viel das „Abenteuer“ Derivatgeschäfte die Neuhofner Gemeindebürger nun tatsächlich kostet, wollte Bürgermeister Gottfried Eidler nicht bekannt geben. „Es ist Teil des Übereinkommens mit der Bank, dass wir keine Zahlen nennen. Wir haben Vertraulichkeit vereinbart.“

Unerwartet negative Entwicklung des Schweizer Franken

Abgeschlossen hat die Gemeinde die Derivatgeschäfte 2005 zur Zinsabsicherung um mögliche Zinssteigerungen zu verhindern. Damals, so heißt es in einer Presseaussendung des Bürgermeisters, seien „von Beratern sowohl im privaten wie im öffentlichen Bereich derartige Geschäfte aus Gründen der Wirtschaftlichkeit empfohlen“ worden. Zu den Verlusten sei es dann durch eine unerwartet negative Entwicklung des Schweizer Franken gekommen.

„Wir sind froh, dass in dieser Angelegenheit ein für die Gemeinde akzeptables Ergebnis erzielt werden konnte“, sagt Eidler.

Die Raiffeisenlandesbank gab gegenüber der NÖN keine Stellungnahme ab. Weitere Details und Reaktionen zum Deal zwischen der Gemeinde und der Raiffeisenlandesbank finden Sie in der NÖN-Ausgabe der kommenden Woche.