Die „Foto-Affäre“

Erstellt am 20. März 2012 | 00:00
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Web-Artikel 7909
Foto: NOEN
FACEBOOK / Weil ein SPÖ-Kandidat Striptease-Fotos ins Internet stellte, kritisierte ihn WVP harsch. Lokal reagiert mit Wahlparty.

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Aussprache unter vier Augen: SPÖ-Kandidat Markus Hönickl (r.) sagte zu den „Striptease-Fotos“: „In jedem Freibad ist mehr nackte Haut zu sehen.“ WVP-Geschäftsführer Peter Engelbrechtsmüller beharrte darauf: „Wenn das die Jugendpolitik der SPÖ ist, wollen wir damit nichts zu tun haben.“MARTIN STEINBACH
Foto: NOEN

VON S. HACKL UND M. STEINBACH

WAIDHOFEN / Die Gratis-Tageszeitungen „Heute“ und „Österreich“ stürzten sich genüsslich auf den angeblichen „Sex-Skandal“ im Waidhofner Gemeinderatswahlkampf.

In Wahrheit war es ein Sturm im Wasserglas, der am Ende sogar der WVP peinlich war. Was war geschehen? Im Herbst 2010 hatte SPÖ-Kandidat Markus Hönickl bei einer „Flatrate“-Party in der Tanzbar Spektakel eifrig Fotos geknipst, als bei der Mitternachtseinlage eine kaum bekleidete Dame um einen jungen Mann herumtanzte. Die Bilder stellte Hönickl auf die Internetplattform „Facebook“, wo sie seither wenig Beachtung fanden.

Bis vergangenen Dienstag, als die Fotos den Medien zugespielt wurden. WVP-Geschäftsführer Peter Engelbrechtsmüller fragte: „Ist das die Jugendpolitik der SPÖ?“ und wies darauf hin, dass Hönickl erst vor wenigen Tagen als Obmann den Jugendraum im Volksheim Raifberg eröffnet hatte. Der Betroffene fand die Bilder nicht anstößig und sagte: „In jedem Freibad sieht man mehr nackte Haut“. Er vermutete, dass die Volkspartei nur vom Zweitwohnsitzer-Thema ablenken wolle. Nach der Aufregung kam es zum Vieraugengespräch zwischen Hönickl und Engelbrechtsmüller, in der sich die Gemüter abkühlten, die Standpunkte jedoch verhärtet blieben.

Die Tanzbar Spektakel versucht unterdessen, die „Foto-Affäre“ für sich zu nutzen: Am Samstagabend vor dem Urnengang steigt dort eine „Wahlparty“.

Hönickl hat die anzüglichen Bilder mittlerweile aus seinem „Facebook“-Profil gelöscht.