Die Inszenierung des Radwegs

Erstellt am 14. Juni 2011 | 00:00
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LEADER-PROJEKT / Der Ybbstal-Radweg soll mehr als eine asphaltierte Strecke werden. Eisenstraße plant Aussichtsplattformen und Rastplätze. Gemeinderäte stimmen ab.

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Ein »touristisches Inszenierungskonzept« soll den geplanten Ybbstalradweg aufwerten. ZVG
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VON STEFAN HACKL

YBBSTAL / Mithilfe eines EU-geförderten Leader-Projekts soll der geplante Ybbstalradweg zwischen Gstadt und Göstling mit touristischen Attraktionen angereichert werden. In der Vorwoche traf Eisenstraße-Obmann Mag. Andreas Hanger erstmals zu einer Besprechung mit den Gemeindevertretern der sieben Ybbstal-Kommunen zusammen. Das Ziel: „Wir wollen in jeder der sieben Gemeinden einen ganz attraktiven Ort schaffen“, sagt Hanger.

Fixe Vorhaben liegen noch nicht vor, die Ideen klingen jedenfalls vielversprechend: So könnte ein Radparcours beim Opponitzer Bahnhof, ein Rastplatz bei einer der malerischen Karstquellen oder eine Grillstelle bei der Ybbs entstehen. Dank solcher „Platzerl“ soll der Ybbstalradweg eine besondere Strecke werden. „Wir müssen die Besonderheiten des Ybbstals herausarbeiten. Sonst wird es ein Radweg unter vielen“, ist Projektmanager DI Johannes Pressl überzeugt.

26.250 Euro hat die Eisenstraße für die Erstellung eines Detailkonzepts budgetiert. Zwei Drittel sollen über die Leader-Förderschiene abgedeckt, ein Drittel von den Gemeinden getragen werden. Das Projekt wird also demnächst in den einzelnen Gemeinderäten behandelt werden.

„Ich hoffe auf einen Schulterschluss in der Region“, sagt Hanger, „denn ich sehe sonst die Gefahr, dass in der Region weder das eine noch das andere verwirklicht wird“, spielt er auf die Debatte Bahn versus Radweg an.

Beim Bau der „Plätze“ eng  mit Vereinen kooperieren

Das „touristische Inszenierungskonzept“ müsse man unabhängig vom eigentlichen Bau des Radwegs sehen. „Die Infrastruktur errichtet das Land NÖ zur Gänze“, erklärt Hanger. Wie berichtet sind dafür etwa 8,5 Millionen Euro vorgesehen. Beim Erarbeiten des Konzepts und beim Errichten der Plätze will man eng mit Vereinen und Betrieben zusammenarbeiten.

Rechtlich ist der großteils auf Schienen der stillgelegten Ybbstalbahn verlaufende Radweg freilich noch nicht in trockenen Tüchern. Das Auflassungsverfahren läuft noch, mit „Zupfaktion“ und Personenkomitee haben die Vertreter der „Ybbstalbahn Entwicklungsgemeinschaft“ Kampfgeist gezeigt.

Mit der Güterwegabteilung hat Radweg-Manager Pressl indes Gespräche über die Finanzierung von Güterwegen auf der Trasse geführt, auch bei den anderen Genehmigungsverfahren laufen die Vorbereitungen. „Wir machen solide Projektentwicklung. Das ist ein komplexes Projekt und wird seine Zeit dauern.“