Waidhofen an der Ybbs

Erstellt am 13. Juni 2018, 04:00

von Andreas Kössl

Waidhofen: Eine Reise durch die Stadt der Vielfalt. International besetzte Jury nahm Waidhofen bei Tour unter die Lupe. Entscheidung wird für Ende Juni erwartet.

Die Stadt Waidhofen wurde am Donnerstag der Vorwoche genau unter die Lupe genommen. Wie die NÖN berichtete, hat die Ybbstalmetro-pole den heurigen Projektwettbewerb der NÖ Dorf- und Stadterneuerung in der Kategorie Ganzheitlichkeit für sich entscheiden können und vertritt nun das Land Niederösterreich beim 15. Europäischen Dorferneuerungspreis. 23 Dörfer aus neun verschiedenen Staaten nehmen an dem Wettbewerb, der heuer unter dem Motto „weiter denken“ steht, teil.

Der Sieger wird in einem mehrstufigen Bewertungsvorgang von einer international besetzten Jury ermittelt. So konnte Bürgermeister Werner Krammer am Donnerstag Architektin Beatrix Drago von der bayrischen Verwaltung für ländliche Entwicklung aus München, Arno Friesing vom Ministerium für Landwirtschaft, Weinbau und Verbraucherschutz, Departement für ländliche Entwicklung aus Luxemburg und Hans Verheijen, Bürgermeister von Wijchen in den Niederlanden in Waidhofen begrüßen, um sie auf einer Tour von der „Stadt der Vielfalt“ (Krammer) zu überzeugen.

Los ging es im Rathaus, wo der Stadtchef Waidhofen, die Marke „...leben voller Möglichkeiten“ und die Grundzüge der Stadterneuerung vorstellte. „Wir setzen auf kontrolliertes Wachstum“, sagte Krammer. Bei der Entwicklung des Standorts ziehe man im Sinne eines Miteinanders an einem Strang.

Einblicke ins „Herz der Innenstadt“

Über dieses Miteinander und Waidhofens Bemühungen in Sachen Integration und Inklusion referierte im Anschluss EU-Gemeinderätin Julia Sattler, und Gemeinderätin Nadja Koger sprach über die soziale Verantwortung der Stadt und die Vision eines gemeinsamen Betreuungsorts für alle Generationen.

Danach ging es ins „Herz der Innenstadt“ (Krammer) auf den Hohen Markt, wo Kümmerer Christoph Dahdal von den Quartierstreffen und Maßnahmen zur Belebung des Stadtteils berichtete. Mit dem Bus fuhr man dann nach Konradsheim. Dort präsentierten Dorferneuerungsobmann-Stellvertreter Matthias Hönickl, Landjugendmitglied Daniel Gröbl und Musikobmann Markus Hönickl im haus.konradsheim den Ortsteil und gemeinsam umgesetzte Projekte. Die nächste Station war Windhag, wo die Jury mit Alphornklängen empfangen und von Vizebürgermeister Mario Wührer begrüßt wurde.

Zurück in Waidhofen genoss man den Blick vom Schloss an der Eisenstraße und dem Schlosssteg auf die Stadt der Türme, bevor es zur Feedbackrunde ins Tourismusbüro ging. Die drei Jurymitglieder gratulierten der Stadt zu ihrer Entwicklung. Man könne stolz auf das Miteinander von Stadt und Land sein, sagte Beatrix Drago und Bürgermeister Hans Verheijen meinte: „Sie gehören zu den besten in Europa.“ Aufholbedarf orteten die Juroren jedoch beim öffentlichen Verkehr von den Ortsteilen in die Innenstadt, bei der Kleinkinderbetreuung und bei Alternativenergien. Seinen Ausklang nahm der Jurybesuch dann in der Schwarzen Kuchl bei musikalischen und kulinarischen Leckerbissen.

Bedarf bei Mobilität und Alternativenergie

„Unser Waidhofen ist die Stadt der Vielfalt. Mit ihrem städtischen Kern und den Dörfern ringsum ist Waidhofen etwas ganz Besonderes“, hielt Stadtchef Krammer fest. „Als Versorgungszentrum für das gesamte Ybbstal berücksichtigen wir aber auch die umliegenden Gemeinden.“

Zum Nachholbedarf in Sachen Mobilität verweist der Stadtchef auf das ISTMobil-Konzept, das gerade gemeindeübergreifend zur Verbesserung des öffentlichen Verkehrs erarbeitet wird. In Sachen Kinderbetreuung könne man mit der Zwergenschaukel den derzeitigen Bedarf gut abdecken, und was Alternativenergien betrifft, so verweist der Stadtchef auf das Kraftwerk Stadtwehr, das zehn Prozent des Energiebedarfs von Waidhofen decke, sowie das Fernwärmenetz. Die Realisierung von Windrädern sei in Waidhofen aufgrund der Raumordnung leider nicht möglich.

Der Stadtchef plädiert für eine differenzierte Betrachtungsweise. „Wir sind uns der genannten Themenfelder durchaus bewusst“, sagt Krammer. „Wir müssen aber immer unsere ganz konkreten Bedingungen berücksichtigen.“ Das Ergebnis des Wettbewerbs soll Ende Juni bekannt gegeben werden.