Einsatzfahrzeuge: Finanzierung unklar

Erstellt am 25. Jänner 2011 | 07:23
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Foto: NOEN
SICHERHEIT IM CITYTUNNEL / Bei einem „Feuerwehrgipfel“ mit Bürgermeister Wolfgang Mair soll Lösung gefunden werden.

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VON STEFAN HACKL

WAIDHOFEN / Unmut macht sich in den Reihen der Waidhofner Feuerwehren breit. Denn: Der voraussichtlich im Dezember für den Verkehr freigegebene Citytunnel macht größere Investitionen in neue Fahrzeuge notwendig - und die Finanzierung hierfür steht weiterhin nicht fest. Auch bei der Mitgliederversammlung der Stadtfeuerwehr am vergangenen Freitag gab es dazu keine genauen Auskünfte.

Der ursprüngliche Plan sah die Anschaffung von zwei Tunnelfahrzeugen vor, die an beiden Portalen stationiert sein sollten. Die FF Waidhofen/Ybbs-Stadt sollte ein „Rüstlöschfahrzeug Tunnel“ im Wert von 522.000 Euro anschaffen, die FF Zell ein „Tanklöschfahrzeug Tunnel“ im Wert von 420.000 Euro. Technisch handelt es sich dabei um übliche Einsatzfahrzeuge, die mit Wärmebildkameras, Abstandssensoren und weiteren Tunnel-Extras hochgerüstet werden.

Neuer Plan: vorerst nur  ein Tunnelfahrzeug

Weil alleine für die Stadtfeuerwehr bei den bisher vorliegenden Finanzierungszusagen von Land, Stadt und Feuerwehrverband laut dem Kommando eine gewaltige Lücke von 197.000 Euro mit Eigenmitteln zu schließen wäre, wartete Abschnittsfeuerwehrkommandant Josef Rauch-egger mit einem neuen Vorschlag auf: „Wir sollten vorerst nur ein Fahrzeug anschaffen und den gesamten Beitrag der Straßenbauabteilung (Anm. 150.000 Euro) dafür verwenden. Dann bleibt für die Stadtfeuerwehr ein leistbarer Eigenmittelanteil von 22.000 Euro.“ Lösen könne man die Problematik nur dann, „wenn Politik und Feuerwehr an einem Strang ziehen“.

Genau das vermisst SPÖ-Vizebürgermeister Martin Reifecker: „Die Politik hat den Citytunnel gewollt, nicht die Feuerwehren. Und nun lässt man die Einsatzkräfte im Regen stehen.“

Bei einem Feuerwehrgipfel am Montag (nach Redaktionsschluss) will Bürgermeister Wolfgang Mair eine Lösung finden. Die Stimmung der Feuerwehrleute brachte ein Kamerad auf den Punkt: „Wir sollen Einsätze in einem Tunnel durchführen, den wir nicht beübt haben, mit einem Fahrzeug, das wir noch nicht beübt haben. Und wer holt uns im Notfall raus, wenn kein zweites Fahrzeug da ist?“

Übrigens: Eine Übung muss vor Inbetriebnahme durchgeführt werden. Gesetzlich braucht man nur ein Tunnelfahrzeug.

Blick in den Citytunnel am vergangenen Montag: Während sich die Baustelle mit riesigen Schritten der Fertigstellung nähert, ist die Frage nach den Einsatzfahrzeugen noch offen.

HACKL