Erdrutsch in Sonntagberg

Erstellt am 27. Jänner 2015 | 07:04
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Foto: NOEN, Michael Eder
ÖVP unter Bürgermeister Raidl gewinnt drei Mandate dazu. SPÖ verliert vier Sitze.

Bereits im Vorfeld versprach die Gemeinderatswahl in der Gemeinde Sonntagberg spannend zu werden – zum einen weil aufgrund der Bevölkerungsentwicklung im Sonntagberger Gemeinderat künftig statt bisher 25 nur mehr 23 Mandate zu besetzen sind, zum anderen weil mit der FPÖ eine vierte Partei ins Rennen ging.

Das Wahlergebnis toppt nun alle Erwartungen. Die ÖVP unter Bürgermeister Thomas Raidl legte einen fulminanten Wahlsieg hin und fuhr ein historisches Ergebnis ein. Trotz zwei Mandaten, die weniger zu vergeben waren, konnte die ÖVP gleich drei Mandate zulegen und die absolute Mehrheit einfahren. Damit überholte sie erstmals in der Nachkriegsgeschichte der Gemeinde die SPÖ. Die ÖVP hält nun bei 14 Mandaten. Insgesamt entfielen auf die Volkspartei 1.607 Stimmen (2010: 1.196). Das ist ein Zugewinn von 16,1 Prozent oder 411 Stimmen.

„Die erste Reaktion ist große Demut“, so Bürgermeister Thomas Raidl. Er habe schon gehofft, dass seine Partei dazu gewinne, dass der Gewinn aber dermaßen hoch ausfalle, damit habe er nicht gerechnet. Mehr als bitter ist das Ergebnis hingegen für die SPÖ, die lediglich auf 33,5 Prozent der Stimmen kam und damit vier Mandate einbüßen musste. Damit fällt auch die relative Mehrheit für Sonntagbergs Sozialdemokraten. Der Wählerzuspruch sank um 16,3 Prozent gegenüber 2010. Insgesamt entfielen nur mehr 921 Stimmen (2010: 1.405) auf die SPÖ.

„Ich bin sehr enttäuscht“, so SP-Spitzenkandidat Helmut Novak. „Wir sind doch sehr positiv gestimmt in diesen Wahlkampf gegangen und haben die letzten fünf Jahre brav gearbeitet. Wenn das der Dank dafür ist, dann müssen wir uns in Zukunft gut überlegen, was wir die nächsten fünf Jahre tun. Aber natürlich sind wir für jede Stimme dankbar.“

Bürgerliste verliert Mandat – FPÖ erfolglos

Bitter ist der Wahlausgang auch für das Soziale Bürgerforum von Vizebürgermeister Fritz Huber. Die Bürgerliste verlor 3,4 Prozent und kam auf insgesamt 4,5 Prozent (125 Stimmen). Damit verliert das Soziale Bürgerforum ein Gemeinderatsmandat. „Der Wähler hat entschieden und das ist zu akzeptieren. Ich nehme das zur Kenntnis“, so Huber. Auf die Frage, ob er nun als Bürgerlisten-Mandatar zur Diskussion stehe meinte Huber: „Wir sind noch nicht so weit, so eine Diskussion zu führen. Ich muss jetzt schauen, wie die anderen auf das Ergebnis reagieren. Wenn der Ruf kommt, dann werde ich weitermachen. Wenn wir der Meinung sind dass das Ergebnis auf mich geht, übernehme ich als Spitzenkandidat natürlich die Verantwortung und werde der Politik den Rücken kehren.“

Nicht geschafft hat die FPÖ den Einzug in den Gemeinderat. Die Freiheitlichen, die in der Gemeinde das erste Mal antraten, kamen mit 99 Stimmen auf nur 3,6 Prozent.
 

Im Gemeinderat

ÖVP (14 Mandate)
Thomas Raidl
Genoveva Leitner
Gerhard Schallauer
Nikolaus Stöckl
Josef Rumpl
Berthold Hofmarcher
Regina Bruckschwaiger
Leopold Hinterleitner
Margit Maier
Raimund Willim (neu)
Heide Maria Polsterer (neu)
Bernhard Atschreiter (neu)
Regina Merkinger (neu)
Lisa Großalber

SPÖ (8 Mandate)
Aufgrund des Wahlergebnisses ist es bei der SPÖ noch offen, wer in den Gemeinderat einziehen wird.

Soziales Bügerforum (1 Mandat)
Fritz Huber


ZITIERT

„Die erste Reaktion ist große Demut vor dem Wählerwillen und wir werden sehr sorgsam mit dem Vertrauen umgehen, welches uns geschenkt worden ist. Selbstverständlich werden wir frisch und voller Energie die nächsten Herausforderungen angehen.“
Bürgermeister Thomas Raidl, ÖVP

„Mit dem haben wir überhaupt nicht gerechnet, dass es so ausgeht. Wir haben damit gerechnet, dass wir die Mandate zumindest halten, eines verlieren oder eben unsere Mandate ausbauen, weil wir die FPÖ nicht einschätzen konnten. “
Helmut Novak, SPÖ

„Wir haben, glaube ich, einen sehr guten Wahlkampf geführt und haben uns in dieser Richtung sicher nichts vorzuwerfen. Wir sind auch sehr fair mit allen Wahlpartnern umgegangen. Für uns ist dieses Ergebnis aufgrund des positiven Tenors aus der Bevölkerung im Vorfeld sehr erschütternd.“
Ulrike Neubauer, SPÖ

„Wir haben ein Mandat verloren. Ich bedaure das. Wir sind jetzt nur mehr mit einem Mandat im Gemeinderat vertreten. Ich gratuliere Bürgermeister Thomas Raidl und der ÖVP zu diesem Wahlerfolg. Wir werden jetzt schauen, wie es weitergeht. Auf jeden Fall hat der Wähler entschieden und das ist zu akzeptieren.“
Vizebürgermeister Fritz Huber, Soziales Bürgerforum