Ybbsitzer Schmiedemeile: Es nagt der Zahn der Zeit. Vom Einöd Hammer bis zum Marktplatz fädelt ein Wanderweg Kultur- und Kunstdenkmäler auf.

Von Leo Lugmayr. Erstellt am 06. März 2021 (05:54)
Anita Eybl, Judith Lindenhofer-Hofinger, Edi Wagner, Hans Bogenreiter, Josef Hofmarcher und Zoltan Abfalter (von links) nahmen die Schmiedemeile – am Bild vor dem Einöd Hammer – kritisch unter die Lupe.
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Dass aus den Fokus gerät, was zur Selbstverständlichkeit geworden ist, das beweist der in den 1990er-Jahren angelegte Erlebnis-Wanderweg Schmiedemeile Ybbsitz. Entlang des drei Kilometer langen Weges fädeln sich montanhistorische Denkmäler, kunsthistorische Besonderheiten und künstlerische Impulse wie Perlen einer Perlenkette auf.

Ende Februar machte sich eine Delegation des Schmiedezentrums auf, um den Weg und seine Attraktionen kritisch in Augenschein zu nehmen. „Der Zahn der Zeit nagt an den Attraktionen entlang des Weges und an der Infrastruktur“, sagt Tourismus-Gemeinderätin Anita Eybl.

Gemeinsam mit dem Präsidenten des Schmiedezentrums und ehemaligen Bürgermeister Josef Hofmarcher, den Vorstandsmitgliedern Edi Wagner, Judith Lindenhofer-Hofinger, Hans Bogenreiter und Zoltan Abfalter nahm sie den Weg und die Bauwerke entlang der Schmiedemeile kritisch unter die Lupe.

„Eines steht fest, dass der Weg heute noch imposanter auf den Besucher wirkt als in der Zeit, als er errichtet wurde.“Bürgermeister Josef Hofmarcher

„Es sind in den vergangenen Jahrzehnten dort und da Abnützungen aufgetreten, das ist ganz natürlich“, sagt Eybl. Verwitterungen an markanten Meilensteinen, Schäden an Wegen und schadhafte Geländer sind sichtbar geworden.

„Davon sind viele Punkte ganz einfach und mit wenig Aufwand reparierbar“, sagt Hofmarcher. Sei es die Oberflächenreinigung der erklärenden Emailtafeln entlang des Weges, das ein oder andere verschwundene Schild oder eine verschotterte Querrinne des Wanderweges, es sind oft Kleinigkeiten, mit denen der Weg für Heimische und Gäste attraktiver gemacht werden könnte. Die Mitglieder der Schmiederunde bieten sich an, ehrenamtlich an den Reparaturen mitzuwirken.

Das Protokoll, das Lindenhofer-Hofinger angefertigt hat, will man mit der Gemeinde besprechen, wobei diese Begehung bereits Thema der Gemeinderatssitzung war. „Eines steht fest, dass der Weg heute noch imposanter auf den Besucher wirkt als in der Zeit, als er errichtet wurde“, sagt Hofmarcher. „Ein Juwel, das sich durch eine der schönsten Landschaften des Ybbstals schlängelt.“