eröffnet

Erstellt am 20. November 2012 | 00:00
Lesezeit: 3 Min
Dieser Artikel ist älter als ein Jahr
Web-Artikel 116928
Foto: NOEN
öffnete Pforten. Zahlreiche Besucher kamen.
Von Andreas Kössl

WAIDHOFEN / Am Freitag vergangener Woche wurde das Kraftwerk „Stadtwehr“ – ehemals „Winterwehr“ – von Landeshauptmann-Stellvertreter Wolfgang Sobotka offiziell eröffnet. Zahlreiche interessierte Bürger nutzten die Möglichkeit, sich zu diesem Anlass das innerstädtische Kraftwerk näher anzuschauen.

Nach einer Projektzeit von zweieinhalb Jahren und einer Bauzeit von 16 Monaten ist das Kraftwerk seit Anfang September 2012 am Netz. Errichtet wurde es vom Steyrer Planungsbüro ZT-Fritsch, für die Architektur zeichnet das Waidhofner Planungsbüro w30 verantwortlich. Betrieben wird es von der stadteigenen Energiegesellschaft Waidhofen (EGW). In seiner Begrüßung lobte Bürgermeister Wolfgang Mair das Kraftwerk als nachhaltiges Projekt, das die Bürger nicht belaste, da es sich selbst trage. Die budgetierten Kosten seien trotz schwieriger Baubedingungen eingehalten worden. Insgesamt belaufen sie sich auf 6 Millionen Euro, wobei eine Million als Förderung vom Bund kommt. In rund 25 Jahren soll sich die Investition amortisiert haben.

„Das Kraftwerk ist ein großer Schritt in die Zukunft“, so der Stadtchef. Ein beste „Stadtwehr“hendes Wehr sei genutzt und mit einer Fischaufstiegshilfe versehen worden. „Ich bin stolz, dass dieser wichtige Schritt für Waidhofen gemeinsam gesetzt wurde“, so Mair angesichts der Tatsache, dass der Beschluss zum Projekt im Gemeinderat einstimmig gefallen ist. „Das Kraftwerk ist fertig und alles funktioniert“, freute sich EGW-Geschäftsführer Johannes Kühhas. Das Projekt mache sowohl wirtschaftlich als auch ökologisch Sinn. Ursprünglich befanden sich an dem Standort die Schleifmühlen der Stadt. Nun liefert das revitalisierte Winterwehr als sogenanntes Ejektor-Kraftwerk Strom für rund 5.300 Menschen.

Pernkopf und Sobotka: Kein Ofenloch-Kraftwerk 

Lh-Stv. Wolfgang Sobotka zeigte sich mit dem Projekt höchst zufrieden. Mit der Revitalisierung des Wintergebäudes sei es gelungen, „ein bauliches Juwel aus dem 19. Jahrhundert“ zu erhalten. Altes werde hier gekonnt durch Neues ergänzt. „Wir müssen in Projekte investieren, die nachhaltig sind“, so Sobotka. „Das Geld ist hier gut angelegt.“ Auch Energielandesrat Stephan Pernkopf lobte das Kraftwerksprojekt: „Bis zum Jahr 2015 sollen 100 Prozent des Strombedarfs in Niederösterreich aus erneuerbarer Energie kommen.“ Das Ybbstal sei hierbei ein Vorreiter. „Es gibt aber Bereiche, wo ein Ausbau der Wasserkraft aus ökologischer Sicht nicht möglich ist“, so Pernkopf in Hinblick auf ein Kraftwerksprojekt im Ofenloch.

Auch Sobotka bekräftigte einmal mehr das Nein des Landes NÖ zu einem solchen Projekt. Stattdessen müsse eine Gesinnungsänderung stattfinden. Es gehe darum, künftig Energie zu sparen. Das Ofenloch solle unter Naturschutz gestellt werden. Die Segnung der Anlage nahm im Anschluss Stadtpfarrer Herbert Döller vor. Danach besichtigten die Besucher im Rahmen des Tags der offenen Tür die „Alte Fachschule“ – das revitalisierte Wintergebäude.