EU-Diskussion in HTL

Erstellt am 11. Dezember 2012 | 00:00
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Hochrangiger Besuch / Der Vizepräsident des europäischen Parlaments Othmar Karas besuchte die HTL Waidhofen und stellte sich kritischen Fragen der Schüler.
Von Christa Hochpöchler

WAIDHOFEN / Desinteresse an der EU ist Schnee von gestern. Das Thema „Europa“ polarisiert wie selten zuvor. In Zeiten von Krise, Schutzschirmen und Globalisierung besuchte der Vizepräsident des europäischen Parlaments Othmar Karas die Höhere Technische Lehranstalt in Waidhofen, um den Schülern der 4. und 5. Jahrgänge brennende Fragen zur europäischen Union zu beantworten.

Initiiert wurde der Besuch von Professor Elisabeth Grabmeier. Nach der Begrüßung durch Landtagspräsident Johann Heuras und Direktor Harald Rebhandl gab der bekannte EU-Politiker einen Überblick über die Abläufe im EU-Parlament und über die Rolle der österreichischen Politiker in der EU. „Die Berichterstattung in den Medien ist nicht selten ohne Übertreibung“, sagt Karas. „Tatsache ist, dass von einem Euro Mitgliedsbeitrag drei bis vier Euro nach Österreich zurückfließen – je nach Projekt.“

Neben seinen Aufgaben in Wirtschafts- und Währungsfragen sowie dem Ressort „Binnenmarkt und Verbraucherschutz“ ist Karas auch im Ausschuss für Außen- und Verteidigungspolitik vertreten.

Im zweiten Teil der Veranstaltung ging Othmar Karas auf die Fragen der jungen Techniker ein. Besonders interessiert waren sie an der Griechenlandfrage, den Bildungsfragen und am „Britenrabatt“.

Ebenso wollten die Schüler wissen, welche Konsequenzen der Austritt eines Landes aus der EU hätte und warum Milchbauern aus verschiedenen EU-Staaten hunderte Liter Milch auf das Gebäude der EU-Kommission schütteten. Karas gab zu, dass es in der Vergangenheit Fehler gegeben hätte, nicht der Euro sei das größte Problem, sondern dass es keine gemeinsame Wirtschaftspolitik gibt. „Der Anteil am Weltwirtschaftsvolumen der EU werde in den nächsten 30 bis 40 Jahren zurückgehen, wir müssen den notwendigen Veränderungen in die Augen schauen“, meinte er abschließend.

In der Aula der HTL wurde von der Gesellschaft für Europapolitik eine Ausstellung zum Thema „Europa“ aufgebaut. 14 Tage haben die Schüler Gelegenheit, sich eingehend über das Thema zu informieren.