Euphorie und Schmerz

Erstellt am 25. März 2014 | 23:59
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Foto: NOEN
We Invented Paris und Bernhard Eder begeisterten im Bertholdsaal Weyer. Ein Abend zwischen mitreißendem Indiepop und todtraurigem Singer-Songwritertum.
Von Andreas Kössl

Die schlechte Nachricht zuerst: Alameda aus Portland, Oregon, mussten absagen. Eine Verkühlung verunmöglichte den Auftritt der Chamber-Folk-Band am vergangenen Freitag im Bertholdsaal Weyer.

Partystimmung im Bertholdsaal

Der Auftritt von We Invented Paris machte diesen Wermutstropfen aber mehr als wett. Der Schweizer Vierer verstand es, das Publikum mit seiner Mischung aus euphorischem Indie-Pop, Folk und Rock mitzureißen und für Partystimmung im Bertholdsaal zu sorgen. Da kam auch dem überzeugtesten Sitztänzer der eine oder andere Hüftschwung aus und ein Meer an blauen Luftballons tat sein übriges dazu.

Dazwischen gab es aber auch durchaus zart melancholische Momente, wie etwa eine Solo-Darbietung von Sänger Flavian Graber, der sich dabei auf einem indischen Harmonium inmitten des Publikums selbst begleitete – einer der Höhepunkte des Abends.

Auch Singer-Songwriter Bernhard Eder begeisterte

Davor wusste bereits der österreichische Singer-Songwriter Bernhard Eder zu begeistern. Solo an Gitarre und Loop-Maschine sorgte er mit seinen ebenso traurigen wie wunderschönen Liedern sowie reduzierten Cover-Versionen von AC/DC oder den Local-Heroen von Velojet für gebannte Stille im Publikum. „Post Breakup Coffee“ nennt sich sein aktuelles Album, das im Zeichen des Trennungsschmerzes einer zu Ende gegangenen Beziehung steht.

Nicht selten erinnert Eder dabei an einen weiteren großen Schmerzensmann der Pop-Geschichte: Nick Drake. Nur naheliegend, dass er seinen Auftritt im Bertholdsaal mit einem Song des 1974 verstorbenen Briten beschloss.