Fackelzug für Asyl

Erstellt am 18. Dezember 2012 | 00:00
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Protestveranstaltung / Rund 150 Menschen beteiligten sich am Samstag an Fackelzug durch Waidhofner Innenstadt, um Solidarität mit von Abschiebung bedrohter Familie zu signalisieren.
Von Andreas Kössl

Seit Mitte Oktober treffen sich allwöchentlich engagierte Waidhofner Bürger, um auf das Schicksal der tschetschenischen Familie Malikov hinzuweisen. Diese flüchtete vor zwei Jahren aus ihrer Heimat, nachdem Vater Musa verhaftet und gefoltert worden war. Nach einem negativen Asylbescheid Ende September steht der Familienvater, obwohl gut integriert, samt seiner Frau Malika und den beiden Kindern Rasul und Rayana vor der Abschiebung. Auch ein Antrag auf humanitäres Bleiberecht wurde negativ beschieden. Als letzte Möglichkeit bleibt der Familie nur noch ein Einspruch beim Verfassungsgerichtshof, der derzeit bearbeitet wird.

Nach einem Benefizkonzert für die Mailkovs Ende Oktober wurde vergangenen Samstag ein Fackelzug durch Waidhofen organisiert, um erneut auf das Schicksal der Familie aufmerksam zu machen. Gleichzeitig wurde damit aber auch gegen willkürliche und unmenschliche Vorgangsweisen im österreichischen Asyl- und Fremdenrecht generell protestiert.

Rund 150 Menschen folgten dem Aufruf zum Fackelzug. „Wir sprechen uns deutlich und laut dafür aus, dass euer Wunsch respektiert wird, in unserer schönen Heimatgemeinde eine Zukunft aufbauen zu dürfen“, so Hermann Wagner, einer der Organisatoren, an die Familie Malikov gerichtet. Auch politische Vertreter aller Waidhofner Fraktionen, mit Ausnahme der FPÖ, nahmen an der Protestveranstaltung teil. „Ich schäme mich für eine Politik, die solche Gesetze verantwortet“, äußerte sich Grün-Mandatar Erich Abfalter. Die Menschlichkeit sei über jedes Gesetz zu stellen, fand auch WVP-Stadträtin Beatrix Cmolik klare Worte. Auch SP-Stadtrat Thomas Krall und UWG-Mandatar Siegfried Nykodem formulierten ihre Unterstützung für die Familie Mali kov, ebenso wie FUFU-Gemeinderat Martin Dowali, der sich aber auch von der lokalen Politik enttäuscht zeigte. Eine Einladung zum Fackelzug sei an alle 40 Gemeinderäte ergangen, vor Ort seh man aber die selben Gesichter wie jede Woche. „Heute wäre der Zeitpunkt gewesen, Fahne zu bekennen“, so Dowalil.

Am Samstag um 10 Uhr gehen die Solidaritätstreffen für die Familie Malikov vor dem Waidhofner Rathaus weiter.