Weltladen-Gast aus Peru in Waidhofen/Ybbs

Erstellt am 28. Oktober 2022 | 10:44
Lesezeit: 3 Min
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Einblicke in die Kaffee- und Kakao-Produktion im Weltladen Waidhofen: Geschäftsführerin Verena Anger, Monika Wegscheider, Obmann Hermann Wagner, Julian Fellner (EZA), Raphael Kößl, Santiago Paz López und Elisabeth Schauppenlehner (von links).
Foto: Kössl
Santiago Paz López von der Kooperative Norandino gab Einblicke in die Produktion und die Vermarktung von Kaffee und Kakao.

Einen ganz besonderen Gast konnte der Weltladen Waidhofen mit Santiago Paz López am Mittwoch der Vorwoche begrüßen. Der Peruaner ist Co-Geschäftsführer der Kooperative Norandino im Norden des Landes. Diese setzt sich für einen biologischen Anbau, fairen Handel und die Stärkung kleinbäuerlicher Organisationen ein. Santiago Paz López hat die Kooperative in den 90er-Jahren als Student der Agrarwissenschaften mit aufgebaut, mittlerweile umfasst sie zwölf Basisorganisationen mit 160 Mitarbeitern und ist in sieben Regionen Perus aktiv.

Vermarktet werden von Norandino Kaffee, Kakao und Zuckerrohr, rund 7.000 Kleinbauern sind Mitglieder. Seit 2013 ist die Kooperative bio- und Fairtrade-zertifiziert und Partnerorganisation von EZA Fairer Handel.

Am Mittwochnachmittag gab der Gast aus Peru der Presse im Weltladen interessante Einblicke in die Kaffee- und Kakao-Produktion sowie die Vermarktung der Produkte über den Fairen Handel. EZA-Mitarbeiter Julian Fellner übersetzte.

1994 habe die Kooperative den ersten Container Kaffee exportiert, berichtete Paz López, mittlerweile liege man bei einer Exportmenge von 300 Containern. Seit 2005 wird dieser von Norandino in sehr hoher Qualität hergestellt. Denn damit die peruanischen Kleinbauern einen fairen Preis für ihr Produkt bekommen, seien der Biomarkt und der faire Handel zentral, führte Paz López aus.

Hochwertiger Kakao braucht einen fairen Preis

2002 wurde mit der Verarbeitung von Rohrohrzucker begonnen, 2006 kam mit Kakao ein weiteres Exportgut hinzu. Der Kakao wird in Form von Bohnen exportiert, aber auch in einer eigenen Anlage zu Kakaomasse verarbeitet. Seit 2010 setzt man auf qualitativ hochwertigen Kakao. Dieser findet sich in zahlreichen EZA-Schokoladen, die im Weltladen erhältlich sind. Beim Kakao gebe es viel mehr verschiedene Sorten und Geschmäcker als beim Kaffee und die Verarbeitung sei viel komplexer, hielt Paz López fest. Der Kakaopreis sei allerdings viel zu niedrig. Paz López ist sich sicher, dass die Kunden für hochwertigen Kakao auch bereit sind, einen höheren Preis zu zahlen.

Weltladen-Obmann Hermann Wagner freute sich über den Besuch aus Peru und merkte an: „Die Geschichte von Norandino ist ermutigend. Sie zeigt, dass Fairer Handel wirkt. Aus einer kleinen Initiative ist ein bedeutender Wirtschaftsakteur geworden, der vielen hundert Kleinbauernfamilien Rückhalt gibt.“

Am Abend lud das Weltladen-Team dann zu einer kulinarischen Reise nach Peru ins Volksheim ein. Kunterbunt-Köchin Lea Muck tischte ein dreigängiges veganes Menü, durch das sich das Thema Kakao zog, auf und der Gast aus Brasilien garnierte den Abend mit spannenden Erzählungen über die Kakao-Produktion.