Der Meteorit von Ybbsitz

Erstellt am 30. Jänner 2022 | 10:40
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Bürgermeister Gerhard Lueger ist froh, im FeRRUM einen naturgetreuen Abguss des Himmelskörpers zu besitzen.
Foto: Lugmayr
Der zweitgrößte jemals in Österreich gefundene Meteorit wurde vor 45 Jahren am Prochenberg entdeckt.

Ein aufgrund seines unauffälligen Äußeren von Museumsbesuchern gerne übersehenes Ausstellungsstück im FeRRUM gehört dank seiner Rarität zu den interessantesten Exponaten des Museums.

Es handelt sich dabei um den Ybbsitzer Meteoriten, der durch eine Verkettung von Zufällen im September 1977 von Geologen am Prochenberg sichergestellt worden war.

Ursprünglich dürfte dieser Meteorit aufgrund einer Kollision aus dem Asteroidengürtel unseres Sonnensystems geschlagen worden sein. Er war laut einer Einschätzung des Naturhistorischen Museums Wien, wo sich das 11,9 Kilogramm schwere Hauptbruchstück im Original befindet, dann 1,5 bis 1,7 Millionen Jahre unterwegs, um in den 50er-Jahren auf einer Seehöhe von 650 Metern auf eine Flanke des Prochenbergs einzuschlagen.

Der Aufschlag selbst dürfte von zwei Ybbsitzern wahrgenommen worden sein, die zum selben Zeitpunkt eine ähnliche Beobachtung gemacht haben: Leopold Teufel (gestorben 1972) vom zwei Kilometer vom Fundort entfernten Hof Aigen und Johann Six-Hönigl vom Hof Klein-Haselstein, 1,3 km von der Fundstelle entfernt, berichteten gleichzeitig von einer um 6 Uhr abends wahrgenommenen „äußerst grellen Lichterscheinung am Himmel“.

Für Wolfgang Schnabel von der Geologischen Bundesanstalt wäre das eine Fallzeit, die mit den Ergebnissen der Isotopenmessung und dem Verwitterungszustand des Meteorits gut zusammenpassen könnte.