Frühwarnsystem in Betrieb

Erstellt am 19. Juli 2011 | 00:00
Lesezeit: 2 Min
Dieser Artikel ist älter als ein Jahr
Web-Artikel 151
Foto: NOEN
HOCHWASSER / Neues Alarmsystem mit Sonden in Schwarzer Ois und im Prollingbach sollen im Hochwasserfall schnellere Reaktionen ermöglichen und Schäden minimieren.

Web-Artikel 151
Leo Herzog, Kommandant der FF Ybbsitz, und Bürgermeister Josef Hofmarcher mit der Station des Alarmierungssystems am Prollingbach. Eine Sonde misst im Bachbett, das fotovoltaikbetriebene System überträgt die Daten ins Internet. ZACHER
Foto: NOEN

VON JULIA ZACHER

YBBSTAL / Wie keine andere Gemeinde der Region ist Ybbsitz immer wieder vom Hochwasser betroffen. 2009 gingen Bilder vom überschwemmten Ortskern durch die österreichischen Medien. Um in Zukunft besser auf den Katastrophenfall vorbereitet zu sein und die betroffenen Bürger früher informieren zu können, hat die Gemeinde gemeinsam mit der Freiwilligen Feuerwehr Ybbsitz ein Hochwasser-Alarmsystem eingerichtet, das in der vergangenen Woche nach einer mehrmonatigen Testphase in Betrieb genommen wurde.

Zwei Drucksonden - am Prollingbach im Bereich Groß-Moos und an der Schwarzen Ois beim Gasthaus Ungermühle - messen im Abstand von je fünf Minuten die Pegelstände und übertragen sie per Internet an die Feuerwehr Krems, deren Software Ybbsitz mitbenutzt. Die Bevölkerung hat ab sofort die Möglichkeit, sich für einen SMS-Warndienst anzumelden.

Je nach Pegelstand gibt es drei Warnstufen, erklärt Leo Herzog, Kommandant der FF Ybbsitz. Bei Stufe eins wird die Feuerwehr informiert, ab Stufe zwei werden Warn-SMS an registrierte Benutzer versendet. Bei der höchsten Alarmstufe wird zusätzlich die Sirene ausgelöst.

Durch die ständig aktuellen Informationen können Einsatzkräfte sowie Privatpersonen im Fall eines drohenden Hochwassers noch schneller reagieren und die nötigen Vorkehrungen treffen.

2009 wurden die Ybbsitzer vom Hochwasser überrascht, es blieb nicht genügend Zeit, um den mobilen Hochwasserschutz aufzubauen, sagt Bürgermeister Josef Hofmarcher. Wäre das neue Vorwarnsystem damals schon in Betrieb gewesen, hätten die Schäden wesentlich minimiert werden können.

Finanziert wurde das System zum Großteil aus Unterstützungsmitteln, die die Gemeinde nach dem Hochwasser 2009 vom Österreichischen Gemeindevertreterverband erhalten hatte. Als nächstes Projekt zum Hochwasserschutz ist der Bau von Rückhaltebecken geplant. Die Verhandlungen mit den Grundeigentümern laufen. Wir wollen die Einreichplanung bis Herbst fertigstellen, so Hofmarcher.