29 Kandidaten für SPÖ am Start in Sonntagberg. Helmut Novak und Ulrike Neubauer führen SPÖ Sonntagberg in Wahl. Drei Orts-Sektionen wurden zusammengeführt.

Von Andreas Kössl. Erstellt am 04. Dezember 2019 (03:04)

Mit 29 Kandidaten geht die SPÖ Sonntagberg bei der Gemeinderatswahl am 26. Jänner ins Rennen. Am Mittwoch der Vorwoche wurden diese im Rahmen der Ortsleitungskonferenz in der Festhalle Rosenau präsentiert.

Keine Überraschungen gibt es an der Spitze. Auf Listenplatz eins geht schon wie vor fünf Jahren der geschäftsführende Gemeinderat Helmut Novak ins Rennen. Hinter ihm auf Listenplatz zwei kandidiert wieder die geschäftsführende Gemeinderätin und Fraktionsvorsitzende Ulrike Neubauer. Auf den Listenplätzen drei bis fünf folgen die Gemeinderäte Harald Matzinger, Astrid Poiß und Reinhard Gleiß. Das erste neue Gesicht findet sich auf Listenplatz sechs mit der 25-jährigen Lisa Janina Matzinger, der Tochter von Gemeinderat Harald Matzinger. Auf Listenplatz sieben folgt mit Günther Hammerschmid dann wieder eine bewährte Kraft. Hannelore Grem, die von 2005 bis 2010 schon einmal im Gemeinderat vertreten war, folgt auf Listenplatz acht.

 „Die SPÖ Sonntagberg muss den Führungsanspruch in der Gemeinde wieder stellen.“ Landtagsabgeordneter a.D. Edi Keusch

 Acht Mandate sind es auch, welche die Sonntagberger SPÖ derzeit im Gemeinderat hält. Vor der Wahl 2015 waren es noch zwölf. Die ÖVP legte damals aber derart zu, dass sie stärkste Kraft in der einst roten Hochburg wurde. 2020 wird nun das Soziale Bürgerforum nicht mehr zur Wahl antreten. Diese werden sich wohl ÖVP und SPÖ untereinander ausmachen, denn weitere Listen sind bislang nicht in Sicht.

Die SPÖ möchte jedenfalls wieder dazugewinnen. Das Kampfmandat auf Listenplatz neun hat der ehemalige Vizebürgermeister Heimo Henögl inne. Henögl ging 2015 auf Listenplatz vier ins Rennen, zog nach der Wahlniederlage aber nicht mehr in den Gemeinderat ein. Hinter Henögl folgen mit Olga Scholz, Patrick Rosenberger, Sarah Nina Geyer und Marcus Fischböck wieder neue Gesichter. Letzterer ist derzeit noch in Kematen für die SPÖ als Gemeinderat aktiv, wohnt mittlerweile aber in Sonntagberg.

Auf wenig aussichtsreichen Plätzen gehen die jetzigen SPÖ-Gemeinderäte Josef Fürschuß (Listenplatz 19) und Josef Steinwentner (Listenplatz 25) ins Rennen. Amtsleiter und Ex-Bürgermeister Johann Eblinger findet sich mit Listenplatz 17 ebenfalls auf wenig aussichtsreicher Stelle.

Neu ist, dass die SPÖ Sonntagberg dieses Mal mit einem Reißverschlusssystem in den Wahlkampf geht. Auf der Kandidatenliste finden sich immer abwechselnd Mann und Frau.

SPÖ-Bezirksvorsitzende Ulrike Königsberger-Ludwig bedankte sich bei den Kandidaten. Ihr Engagement sei nicht selbstverständlich. „Gute sozialdemokratische Politik muss in Visionen denken“, sagte die Soziallandesrätin. „Die Gesellschaft braucht vor allem Zusammenhalt und ein gelebtes Miteinander. Es geht darum, mit Freiheit, Gleichheit, Gerechtigkeit und Solidarität die Zukunft zu gestalten.“ Um wieder wählbar zu werden, brauche es Zusammenhalt innerhalb der Sozialdemokratie, meinte Königsberger-Ludwig weiter. Kritik innerhalb der Partei müsse erlaubt sein, aber nach außen hin gelte es, mit einer Stimme zu sprechen.

Im Rahmen der Ortsleitungskonferenz fand auch eine Neustrukturierung der SPÖ Sonntagberg statt. Die bislang drei Sektionen Böhlerwerk, Hilm/Gleiß/Rosenau und Bruckbach wurden zu einer SPÖ Sonntagberg zusammengeführt. Helmut Novak wurde dabei von den 96 Delegierten einstimmig zum neuen Obmann gewählt.

Altvizebürgermeister Heimo Henögl, der den Abend moderierte, sprach von einem Meilenstein. Sektionen seien nicht mehr zeitgemäß. Das meinte auch der ehemalige Landtagsabgeordnete Edi Keusch. Die SPÖ müsse nun wieder den Führungsanspruch in der Gemeinde stellen, forderte er.

Fraktionschefin Ulrike Neubauer führte die vier Hauptforderungen der SPÖ für den Gemeinderatswahlkampf aus. So fordert die SPÖ erstens eine Attraktivierung der Bildungseinrichtungen in der Gemeinde. Eine Generalsanierung der Neuen Mittelschule und der Volksschulen, speziell jener in Rosenau, sei mehr als notwendig, sagte Neubauer. „Der technische Zustand ist teilweise lebensbedrohlich. Bislang wurden aber nur Pseudomaßnahmen gesetzt“, kritisierte Neubauer. „Dass jetzt vor der Gemeinderatswahl die Generalsanierung kommt, ist wenig überraschend. Wir haben aber schon immer darauf hingewiesen und werden auch schauen, dass das tatsächlich umgesetzt wird.“ Auch für eine Kleinkinderbetreuung in der Gemeinde will man sich einsetzen.

Verkehrssicherheit´und junges Wohnen

Als zweiten zentralen Punkt nannte Neubauer die Verkehrssicherheit. So sei die Situation vor der NMS Sonntagberg lebensgefährlich, weil es zum einen keinen Gehsteig gebe und zum anderen die Elterntaxis immer mehr würden. Auch im Ortszentrum von Böhlerwerk solle beim Böhlerzentrum ein Fußgängerübergang über die B 121 geschaffen werden, fordert die SPÖ. Und beim Friedhof in Gleiß sei ein Gehsteig notwendig. Als dritten Punkt fordert die SPÖ leistbares Wohnen für junge Leute. Man habe dafür derzeit ca. 30 leer stehende Gemeindewohnungen, sagte Neubauer. Als viertes sei eine Sanierung der Gemeindestraßen und Maßnahmen am Gesamtbild im Ortskern von Rosenau notwendig. „Die Maßnahmen am Sonntagberg sind ganz toll. Aber nicht nur am Sonntagberg, auch herunten muss etwas passieren“, sagte Neubauer.

Den Wahlkampf will die SPÖ erst nach Weihnachten starten. „Gemeinsam für Sonntagberg“ lautet der Slogan.

SPÖ Sonntagberg

Obmann: Helmut Novak
Obmann-Stv.: Ulrike Neubauer, Heimo Henögl, Reinhard Gleiß
Kassier: Harald Matzinger
Kassier-Stv.: Günther Hammerschmid, Lisa Janina Matzinger
Schriftführerin: Hannelore Grem
Schriftführerin-Stv.: Margarete Stöckl
Kontrolle: Manuela Novak, Christoph Perner, Regina Steinbauer
Pensionisten Böhlerwerk: Helga Korbel
Pensionisten Rosenau: Josef Schwarenthorer

Kandidaten

1. Helmut Novak (51), ÖGB-Sekretär
2. Ulrike Neubauer (47), Diplom-Pädagogin
3. Harald Matzinger (49), IT-Techniker
4. Astrid Poiß (37), ÖGB-Angestellte
5. Reinhard Gleiß (50), Betriebsratsobmann
6. Lisa Janina Matzinger (25), Büroangestellte
7. Günther Hammerschmid (57), AKNÖ-Berater
8. Hannelore Grem (36), Büroangestellte
9. Heimo Henögl (52), Angestellter
10. Olga Scholz (48), Dipl. Gesundheits- und Krankenpflegerin
11. Patrick Rosenberger (25), Gemeindebediensteter
12. Sarah Nina Geyer (21), Einzelhandelskauffrau
13. Marcus Fischböck (35), Metallfacharbeiter
14. Heidrun Eblinger (35), Veterinärmedizinerin
15. Gerald Poiß (41), Papiertechniker
16. Daniela Henögl (47), Selbstständige
17. Johann Eblinger (55), Amtsleiter
18. Margarete Stöckl (66), Pensionistin
19. Josef Fürschuß (49), Metallfacharbeiter
20. Barbara Adlberger (56), Gemeindebedienstete
21. Johann Geiseder (61), Pensionist
22. Manuela Novak (51), PRO-GE-Angestellte
23. Reinhard Schossmann-Gartner (53), Gemeindebediensteter
24. Birgit Matzinger (45), Gemeindebedienstete
25. Josef Steinwentner (42), Justizwachebeamter in Ausbildung
26. Regina Steinbauer (53), Kindergartenbetreuerin
27. Christoph Perner (66), Pensionist
28. Helga Korbel (71), Pensionistin
29. Josef Schwarenthorer (73), Pensionist

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