Groissböck - Urgewalt an Bass

Erstellt am 24. April 2012 | 00:00
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Web-Artikel 13927
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KLANGRAUM / Gewaltig, grandios. Superlative scheinen gar nicht auszureichen, um Günther Groissböck zu beschreiben, der im Kristallsaal erfrischend keck sein konnte.

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Bass Günther Groissböck (2.v.l.) und Pianist Stephan Matthias Lademann badeten gleich zweimal in „Standing Ovations“.LUGMAYR
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VON LEO LUGMAYR

WAIDHOFEN /  Ein Sohn dieser Stadt. Wenn Günther Groissböck vor das Publikum tritt, stellt sich wie von selbst außer Zweifel, dass sich hier eine internationale Größe ausrollt.

Mit aufbrausenden, aber auch schwermütigen Schubert-Liedern, darunter „Prometheus“ und „Der Kreuzzug“, wählt Groiss böck von Beginn weg gewaltiges Repertoire.

Lieder von Carl Loewe sind es, die folgen, dann Hugo Wolf und Modest Mussorgsky. Jener Mussorgsky, dessen „Boris Godunow“ sich Groissböck gerade erarbeitet, wie er dem Publikum verrät, eine Traumrolle für Bässe.

Da weiß der polyglotte Sänger, der erst am Montag der Vorwoche seine letzte Vorstellung von „Macbeth“ an der „Met“ in New York gesungen hat, das Kristallsaal-Publikum in eloquente Prologe zu entführen, bevor er in der Krönungsszene – eine der monumentalsten Szenen der Opern literatur – Grandioses leistet.

In den Zäsuren kommt der sympathische, wendige, stets humorvolle und schlagfertige Waidhofner durch, der keck mit seiner Schulvergangenheit spielt, dessen Vernetztsein mit dem Ybbstal bei allem Ruhm das Rückgrat einer Weltkarriere geblieben ist.

Stephan Matthias Lademann, im Klangraum gut bekannt, ist am Klavier kongenialer Partner.

Mit „Standing Ovations“ dankt ein Publikum, getragen von der Gewissheit, bei einem Ausnahmekonzert Gast gewesen zu sein.