SP bleibt auf Platz eins

Erstellt am 27. Jänner 2015 | 06:44
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Foto: NOEN, Markus Huebmer
SPÖ verliert 6,56 Prozent und einen Sitz an ÖVP. 10 SPÖ- und 9 ÖVP-Mandate.

Zwei Listen traten in Hollenstein an. Die SPÖ Hollenstein ging nach dem tragischen Tod von Bürgermeister und Landtagsabgeordneten Franz Gratzer erstmals mit Bürgermeister Manfred Gruber als Spitzenkandidat ins Rennen. Die ÖVP stellte nach 2010 zum zweiten Mal den geschäftsführenden Gemeinderat Herbert Jagersberger als Erstplatzierten auf die Liste.

Bisher hielt die SPÖ elf Mandate im Gemeinderat, die ÖVP acht. Bei der letzten Gemeinderatswahl hatte die ÖVP die 40 Prozent Marke übersprungen und ein Mandat dazu gewonnen, die SPÖ verlor einen Sitz. Während sich die SPÖ dieses Mandat wieder zurückholen wollte, war es das Ziel der ÖVP, ein weiteres Mandat zu holen. Bei der Gemeinderatswahl am Sonntag verlor die SPÖ 6,56 Prozent der Wählerstimmen und damit ein Mandat im Gemeinderat. Dies bedeutet ein Plus bei der ÖVP von 6,56 Prozent und einem Mandat. Das neue Kräfteverhältnis beträgt nunmehr zehn SPÖ-Sitze zu neun Mandate der ÖVP im Gemeinderat.

Bürgermeister Manfred Gruber hat bei seinem ersten Antreten als Spitzenkandidat die erste Position bei der Gunst der Wähler für sich entschieden und verteidigte – angesichts des Verlust des elften Mandats – den ersten Platz der SPÖ. Der Landtagsabgeordneten-Bonus des verstorbenen Altbürgermeisters Franz Gratzer galt bei der diesjährigen Wahl nicht mehr.

Der SPÖ ist es nicht gelungen, das verlorene Mandat zurückzuholen oder ihren Vorsprung auf die ÖVP wieder weiter auszubauen. Die ÖVP erreichte ihr Ziel, nach 2010 ein weiteres Mandat im Hollensteiner Gemeinderat für sich zu gewinnen und verringerte ihren Abstand zur SPÖ auf ein Mandat. Für ein Drehen des Ergebnisses, das heißt, dass die ÖVP die Stimmenmehrheit erreicht hätte, reichte es 2015 nicht.

Neuer SP-Mandatar, VP entscheidet noch

Wer konkret in den Gemeinderat einziehen wird, steht auf Seiten der SPÖ fest. Neu in den Gemeinderat wird der 35-jährige Mario Seisenbacher einziehen. Seisenbacher ist selbstständiger Versicherungsmarkler, verheiratet und hat zwei Kinder und wohnt in Kleinhollenstein.

Seitens der ÖVP wird über die neun zu besetzenden Mandate im Lauf dieser Woche entschieden werden. Die VP-Funktionäre Herbert Jagersberger, Martina Eschauer und Leopold Danner verrieten bereits so viel, dass aller Voraussicht nach den jungen Kandidaten auf der VP-Liste entsprechend viel Platz eingeräumt werden würde. Dies sei die Konsequenz, die die Partei aus dem Ergebnis der Vorzugsstimmen zieht, von denen die jungen Kandidaten Lisa Danner, Bernhard Jagersberger und Philip Winkelmayer viele für sich entschieden hätten, so die Volkspartei. Die Ansprüche, die man an das Vorzugsstimmensystem gestellt habe, zeigten sich erfüllt, so die VP. Das Vorzugsstimmenergebnis war bei Redaktionsschluss aber noch nicht veröffentlicht.

Die Wahlbeteiligung in Hollenstein fiel diesmal mit 82,30 Prozent gegenüber der Wahl 2010 (87,8 Prozent) geringer aus. Von den 1.497 abgegebenen Stimmen waren 1.443 gültig und 54 ungültig.
Der Wahlkampf verlief in den letzten Wochen ruhig und sachlich, ohne persönliche Angriffe.
 

IM GEMEINDERAT

SPÖ (10 Mandate)
Manfred Gruber
Walter Holzknecht
Raimund Forstenlechner
Petra Mandl
Harald Forstenlechner
Chrysanthemus Stix
Bernhard Forstenlechner
Bernhard Sonnleithner
Erwin Streicher
Mario Seisenbacher (neu)

ÖVP (9 Mandate)
Herbert Jagersberger
Martin Sonnleitner
Martina Eschauer
Friedrich Buder (neu)
Leopold Danner
Thomas Krejci
Andreas Schnabel
Josef Jagersberger
Bernhard Jagersberger (neu)
Philip Winkelmayer (neu)
Leopold Schnabel (neu
Lisa Danner (neu)

Die Reihung und welche neun der Kandidaten in den Gemeinderat einziehen werden, entscheidet die ÖVP in dieser Woche.
 

ZITIERT

„Ich bin sprachlos. Die SPÖ hat in Hollenstein die Mehrheit gehalten. Wenn ich mir die Ergebnisse im
Bezirk ansehe, ist das nicht so selbstverständlich. Ich bin zum ersten Mal angetreten, nachdem mit Franz Gratzer ein Landtagsabgeordneter Ortschef war. Wir – ich möchte das Team betonen – haben es geschafft, als Erste durchs Ziel zu gehen.“
Bürgermeister Manfred Gruber, SPÖ

„Mit dem Ergebnis bin ich sehr zufrieden. Den Zugewinn eines zweiten Mandats hätte ich mir natürlich schon gewünscht. Realistisch war, dass wir ein Mandat dazubekommen und das haben wir erreicht. Ein zweites wäre eine tolle Draufgabe gewesen. Das Wahlziel ist erreicht. Das Wahlergebnis zeigt, dass man von einem Hick-hack wegkommen soll. Wir müssen miteinander arbeiten anstatt gegeneinander. Unser Linie ist, gemeinsam für die Gemeinde weiterzuarbeiten. In fünf Jahren sehen wir weiter.“
Gemeinderat Herbert Jagersberger, ÖVP

„Ich bin grundsätzlich mit dem Wahlergebnis zufrieden. Angesichts der demografischen Bevölkerungsentwicklung ist es ein beachtliches Ergebnis.“
Gemeinderat Raimund Forstenlechner, SPÖ

„Es ist gut, dass die Wählertendenz eindeutig erkennbar ist. Wenn man das Wahlergebnis um die Zweitwohnsitzer korrigieren würde, wäre es klar gewesen, dass die ÖVP gewinnt. Hollenstein den Hollensteinern, die hier leben.“
Gemeinderat Martin Sonnleitner, ÖVP