Bahnhofsbau Opponitz: „Riesiger Schritt in die Zukunft“. Opponitzer Bürgermeister Johann Lueger (ÖVP) über Nahversorger, Bahnhof, Glasfaserausbau und Sicherheitsmaßnahmen.

Von Andreas Kössl. Erstellt am 25. April 2019 (06:44)
Andreas Kössl
Das Land NÖ hat der Gemeinde Opponitz grünes Licht für den Kauf des Bahnhofsareals gegeben. Für Ortschef Johann Lueger handelt es sich um eine ganz wertvolle Fläche. Wie sie genutzt wird, ist derzeit noch offen.

Bürgermeister Johann Lueger: Genau, da gibt es nun eine gute Lösung. Die Familie Rosenberger hat ihr Geschäftslokal ausgebaut und das Angebot erweitert. Innerhalb von 14 Tagen wurde das Geschäft total erneuert. Jetzt wird noch der Vorplatz neu gestaltet und auch ein Zubau ist noch angedacht. Das ist wirklich sensationell und für unser Dorf ein Riesengewinn, weil wir somit weiterhin einen Nahversorger mitten im Ort haben.

„Wenn sich jemand bei der Nutzung privat einbringen und etwas entwickeln möchte, bin ich dafür sehr empfänglich.“Bürgermeister Johann Lueger

Seitens der Opposition kam der Vorschlag, beim Bahnhof Platz für einen Nahversorger zu schaffen. Ist das noch ein Thema?

Nein, das wäre wirklich der absolute Notfallplan gewesen, wenn im Dorf alles wegbricht. Da jetzt ein Nahversorger im Zentrum bleibt, wäre es ein Wahnsinn, wenn man da parallel etwas anfängt und eine Konkurrenzsituation schafft. Wir wollen den Nahversorger stärken, der jetzt auf sein eigenes Risiko hin investiert. Die Gemeinde muss keinen einzigen Euro dazu beisteuern. Beim Bahnhof hätten wir über 100.000 Euro in die Hand nehmen müssen, um da irgendwie etwas herzubringen. Die Opposition hat das leider auch ein bisschen politisch gespielt. Das Wichtigste ist aber, dass man bei solchen Dingen die Parteipolitik draußen lässt und man mit den betroffenen Personen ein Gespräch führt. Ich war der Einzige, der ein Gespräch mit der Familie Rosenberger geführt hat. Da war dann auch sehr schnell klar, dass sie das in die Hand nehmen werden.

Bleiben wir beim Bahnhof. Seit Jahren möchte die Gemeinde das Areal kaufen. Bis jetzt ist dieser Kauf aber immer noch ausständig.

Da kann ich jetzt ein positives Signal geben. Wir haben nun die Zusage des Landes, dass wir den Grund mit dem denkmalgeschützten Bahnhof kaufen dürfen. Als Abgangsgemeinde war das nicht einfach, aber unsere Bemühungen haben gefruchtet und in der Landtagssitzung Anfang April wurde beschlossen, dass wir einen Landesfinanzsonderkredit aufnehmen dürfen. Da werden die Zinsen vom Land getilgt. Das Kaufvorhaben selbst wurde bereits im Dezember einstimmig vom Gemeinderat abgesegnet. In der nächsten Gemeinderatssitzung soll nun die Kreditaufnahme für den Kauf beschlossen werden. Dann werden wir Besitzer des Bahnhofsareals. Für uns ist das ein riesiger Entwicklungsschritt in die Zukunft.

Was hat man mit dem Areal vor?

Das ist derzeit noch offen. Für mich gehört das Areal aber zum Ortszentrum, weil es sich zu einer zusätzlichen Drehscheibe entwickelt hat. Die Busse der Mostviertellinie bleiben dort stehen, das Feuerwehrhaus befindet sich dort, der Ybbstalradweg geht durch und eine Siedlung grenzt an. Das ist wirklich eine sehr wertvolle Fläche.

Zeichnet sich schon eine Nutzung ab?

Die große Vision gibt es noch nicht. Wichtig ist, dass wir das Areal einmal haben. Jetzt können wir es als Rangierplatz oder Parkplatz nutzen. Bei großen Veranstaltungen brauchen wir das unbedingt. Und dann gibt es am Ybbstalradweg den dringenden Bedarf nach einer WC-Anlage. In einem ersten Schritt werden wir uns nun anschauen, ob es möglich ist, hier zwischenzeitlich das am Bahnhof vorhandene WC den Radfahrern zur Verfügung zu stellen. In Folge wird überlegt, auf einem Teil des Bahnhofsareals einen Abstellplatz für Campingfahrzeuge zu schaffen. Ich bin aber auch für jede Idee, die von außen kommt, offen. Wenn sich da jemand bei der Nutzung privat einbringen und etwas entwickeln möchte, was dem ganzen Ybbstal guttäte, dann bin ich dafür sehr empfänglich.

Ein großes Projekt in der Gemeinde Opponitz ist derzeit der Glasfaserausbau. Wie weit ist man da und wie schaut der weitere Zeitplan aus?

Die Arbeiten im Ortskern sind hier voll am Laufen. Bei den seitlichen Siedlungen sind sie bereits abgeschlossen, bald sind wir so weit, dass wir die Hauptleitung im Dorf durchziehen können. Diese Hauptleitung wird unter dem Gehsteig eingegraben. In den nächsten zwei Monaten sollen die Grabungsarbeiten im Ortskern dann abgeschlossen werden. Danach werden die Glasfaserleitungen eingeblasen und die Hausanschlüsse erfolgen. Spätestens im Herbst sollen die Künetten dann wieder zugemacht werden, damit noch vor dem Winter alles fertig wird.

Ein weiteres großes Projekt im Ort ist der Hochwasserschutz. Was ist da heuer geplant?

Hier haben wir zwei große Projekte. Das eine, das schon ein paar Jahre läuft, ist die große Verbauung im Hühnergraben, welche die Sicherheit des Ortes vor der Mure gewährleisten soll. Da wird gerade eine große Mauer errichtet, welche heuer noch fertig werden soll. Das andere ist die Wildbachverbauung im Zentrum: Hier sind wir dabei, dass wir die letzten Unterschriften von den Grundanrainern bekommen. Wenn wir die haben, können wir für die Wasserrechtsverhandlung einreichen. Erst dann kann man sagen, wie es weitergeht.

Wie weit sind die Gehsteig-Arbeiten beim einstigen Rössler-Haus?

Die Arbeiten gehen sehr zügig voran. Das Haus wurde geschliffen, jetzt wird gerade die Gartenmauer neu errichtet. Noch diese Woche soll die Asphaltierung starten. Auch bei diesem Projekt geht es um die Sicherheit. Wenn die Arbeiten fertig sind, wird die Straßenmeisterei im unteren Dorf auf einer Länge von etwa 120 Metern die Mauerkrone beim Ortsbach erneuern und erhöhen. Anschließend montiert die ortsansässige Firma von Edmund Piesslinger ein neues Geländer.

Die Radwegsaison hat gerade begonnen. Waren hier nach dem Winter aufwendigere Instandsetzungsmaßnahmen notwendig?

Das hat sich in Grenzen gehalten. Eine Maßnahme haben wir aber bei der Kreuzung des Ybstalradweges mit der Bundesstraße beim Bauernhaus Furth gesetzt. Hier wurden nach Begutachtung durch einen Verkehrssachverständigen zwei versetzte Betonbalken aufgestellt. Vor allem für Familien mit kleinen Kindern war diese Stelle bislang nicht ungefährlich. Wenn man von Opponitz kommt, verläuft der Radweg dort abschüssig. Da ist man gleich auf der Straße. Mit den Hindernissen hat man dort nun eine Maßnahme für mehr Sicherheit gesetzt.

Die Einwohnerzahl ist im letzten Jahr in Opponitz wieder ein wenig zurückgegangen. Welche Maßnahmen setzt man, um d iesem Trend entgegen- zuwirken?

Dieses Thema beschäftigt uns schon lange. Derzeit sind wir in Gesprächen mit einer Wohnbaugesellschaft, um in nächster Zeit wieder Wohnungen im Ort zu schaffen. Dabei geht es um Starterwohungen für junge Leute bzw. um eher kleinere Wohnungen, die leistbar sind. Hier haben wir den größeren Bedarf. Viele Jahre ist da jetzt nichts passiert im Dorf, nun wollen wir wieder etwas Dynamik reinbringen. Um etwa Konkreteres zu sagen, ist es aber noch zu früh.

Wie sieht es mit neuen Baugründen aus?

Das hängt mit dem zen- tralen Wildbachprojekt im Dorf zusammen. Wenn wir das einmal umgesetzt haben, dann tut sich hier wieder einiges auf.

Nächstes Jahr finden wieder Gemeinderatswahlen statt. Werden Sie wieder als Spitzenkandidat der ÖVP ins Rennen gehen?

Momentan ist so viel los, dass ich mich noch gar nicht damit auseinandergesetzt habe. Wir werden das in der Fraktion besprechen und wenn diese hinter mir steht, werde ich gerne weitermachen. Aber ich möchte da nicht vorgreifen.

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