„Ist Bewusstseinsfrage“

Erstellt am 21. Mai 2013 | 00:00
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Kornkreise / In Kematen gibt es ein Museum, das in die Welt der „Wunder der Gegenwart“ führt. 3.500 Besucher kommen jedes Jahr um das Staunen zu lernen.
Von Julia Edermayr

KEMATEN /  „Wenn wir die einzigen wären, wäre das doch pure Platzverschwendung.“ Heidi Grissenberger zeigt ein Bild des Sonnensystems. Sie ist überzeugt, es gibt mehr als die Menschheit in unserem Universum – unter anderem würden „Kornkreise“ davon zeugen.

Im weltweit einzigartigen Kornkreismuseum in Kematen führen Heidi und Franz in eine schier unglaubliche Welt. „Ich habe es nie für Humbug gehalten, aber ich konnte es mir anfangs nicht erklären“, erzählt Heidi. Seitdem sie sich aber näher mit der Materie beschäftigt hat und auch schon selbst in einem Kornkreis stand, ist sie überzeugt.

In der Schweiz sah das Ehepaar eine Ausstellung zum Thema. Franz Grissenberger war sofort fasziniert. Sie lernten die beiden österreichischen Kornkreisforscher Jay Goldner und Günther Schermann kennen.

Klar gebe es auch gefälschte Kornkreise, sagt Heidi Grissenberger. Etwa die Hälfte derer, die auftauchen, seien von Menschenhand gemacht. Bei 30 bis 40 Mustern, die jedes Jahr plötzlich da sind, könne der Ursprung aber nicht irdisch sein, sagt sie. Das liege an der Geometrie und auch an der Machart. „Bei einem echten Kornkreis hat der Bauer nie einen Schaden, die Halme lassen sich ganz normal dreschen“, sagt die Bäuerin. Das Hauptgeschehen der Kornkreise konzentriere sich auf England, rund um Stonehenge, den „keltischen Kraftplatz“. Wer macht die Kornkreise? „Die einen sagen Engel, die göttliche Hand, andere wiederum Außerirdische“, erzählt Heidi. „Es ist jedenfalls eine Energie, die sich keiner vorstellen kann.“ Es hätte auch schon Zeugen von der Entstehung von Kornkreisen gegeben. „Sie beschreiben das Erlebnis als Lichtkugeln oder Blitze, die in wenigen Sekunden bis Minuten Bilder ins Feld machen. Erste schriftliche Aufzeichnungen von Kornkreisen gehen bis ins 17. Jahrhundert zurück. Damals glaubte man an Teufel, Wichtel und Gnome als Verursacher“, sagt Heidi Grissenberger.

Zehn Kornkreise gibt es in Österreich. Vor zwei Jahren tauchte der jüngste in Vöcklabruck auf. Passende Felder gäbe es auch rund um den Hof der Grissenbergers, bisher aber keine Kornkreise. Im Museum kann man alle bestehenden sehen. Franz Grissenberger: „Kornkreise sind eine Bewusstseinsfrage. Wie bei einer Krankheit: Die einen sehen es als Hindernis, andere als Wegweiser.“ Das Museum ist Mitglied bei der Niederösterreichcard; etwa 3.500 Leute im Jahr kommen zu Besuch. Die Ausstellung wurde von der „Gruppe Phönix“ gestaltet, einem österreichischen Team, das dem Rätsel seit Jahren auf der Spur ist. Infos: www.kornkreiswelt.at, www.grissenberger-gimpersdorf.at