Juli brachte Regen und Neuschnee auf der Alm

Erstellt am 16. August 2011 | 00:00
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Web-Artikel 17
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NIEDERSCHLAG / Lediglich an neun Tagen im Juli blieb der Regen aus. Anton Hirner aus Hollenstein verzeichnet die Daten.

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Anton Hirner protokolliert seit 28 Jahren täglich die Niederschlagswerte. LYDIA STEINBACHER
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VON LYDIA STEINBACHER

HOLLENSTEIN / „Fällt Regen am Heimsuchungstag (2. Juli), vier Wochen lang er währen mag“, besagt eine Bauernregel. „Vielleicht ist da ja etwas dran“, mutmaßt Marianne Hirner und wirft ihrem Mann einen Blick zu. Seit dem Jahr 1983 kontrolliert Anton Hirner täglich die Menge an Regenwasser, die sich in seiner Messstation in Hohenlehen in der Gemeinde Hollenstein ansammelt.

Seine Aufzeichnungen schickt er nach St. Pölten an den Hydrographischen Dienst. Vor drei Jahren wurde ihm für seine 25-jährige Tätigkeit eine Anerkennungsurkunde verliehen.

Das nasskalte Wetter im Juli hätte den meisten Menschen wohl gestohlen bleiben können. Sehr selten ließ der bewölkte Himmel ein paar Lichtblicke zu.

Dabei regnete es im letzten Monat „nur“ 169 Liter pro Quadratmeter. „Das ist kein außergewöhnlich hoher Wert“, meint Anton Hirner. „Im Juli davor waren es sogar 171 Liter.“ Eindeutiges Rekordjahr bezüglich der Niederschlagsmenge war 2009: 2.025 Liter pro Quadratmeter sind ein beträchtlicher Jahreswert. Der Umstand, wie viel Regen fällt, ist gar nicht entscheidend für triste Sommertage. „Wenn es andauernd leicht nieselt oder der Himmel einfach grau ist, dann schlägt das auf die Stimmung“, weiß Hirner.

Entdeckung auf Wanderung:  Neuschnee im Juli

Das Besondere dieses Jahr ist vielmehr, dass es heuer jeden Monat bis einschließlich Juli in den Bergen Neuschnee gab. Anton Hirner war überrascht, als er vor ein paar Wochen bei einer Wanderung auf die Siebenhütten Alm die „angezuckerten“ Gipfel sah und darunter das weidende Vieh.

Die Messstation, die Hirner jeden Tag vor Arbeitsbeginn um 7 Uhr kontrolliert, ist zylinderförmig und steht inmitten einer großen Wiese. „Ich staune jedes Mal nicht schlecht, wenn ich Zigarettenstummel oder anderen Müll in dem Behälter finde. Das kann ich mir beim besten Willen nicht erklären“, sagt er und lacht. Vielleicht wollen die Übeltäter damit bloß zum Ausdruck bringen, dass sie genug haben von verregneten Sommertagen und sich nach blauem Himmel sehnen.