Maximilian Thummerer: Ein Ybbstaler an der Oper. Der Waidhofner Percussionist hat den Sprung in die Musikerelite geschafft. Im Herbst tritt er Orchesterstelle an der Staatsoper an.

Von Leo Lugmayr. Erstellt am 28. Februar 2021 (05:47)
Maximilian Thummerer hat seinen ersten Schlagwerkunterricht mit acht Jahren in der Waidhofner Musikschule bei Peter Klaus bekommen. Nun bestand er das Probespiel für die Wiener Staatsoper.
privat

Der Schlagwerker Maximilian Thummerer bestand vergangene Woche das Aufnahmeverfahren für das Bühnenorchester der Wiener Staatsoper. Der Waidhofner besetzt damit eine der angesehensten und begehrtesten Orchesterstellen in der klassischen Musikwelt.

Die Karriere des gebürtigen Waidhofners begann in der Waidhofner Musikschule. Als Kind nahm er mit acht Jahren bei Peter Klaus seine ersten Schlagwerksschlögel in die Hand und erhielt von ihm das Rüstzeug für seine Karriere.

2014 wurde er bei Harald Demmerer in den Vorbereitungslehrgang an der Musik und Kunst Privatuniversität Wien aufgenommen, bevor er 2017 in die Klasse Anton Mittermayr wechselte. Orchester- und Solistenerfahrung konnte er seither beim Symphonieorchester der Wiener Volksoper, den Wiener Philharmonikern, dem NÖ Tonkünstler-Orchester, dem ORF Radio-Symphonieorchester, dem Philharmonischen Orchester Graz und dem Waidhofner Kammerorchester erwerben.

Mit Orchestern nach Japan und China

Darüber hinaus sammelte er bereits mit Orchestern wie dem European Brass Ensemble und dem Max Steiner Orchester international Erfahrung. Konzertreisen bzw. Konzerttourneen brachten ihn unter anderem nach Deutschland, Malta, Japan, Frankreich, Belgien, England und China.

Das Bühnenorchester der Staatsoper ist für ihn nicht ganz Neuland, hat er doch auch dort schon in den vergangenen Jahren häufig substituiert. Erst im Sommer 2020 war er mit den Wiener Philharmonikern bei den Salzburger Festspielen im Konzertblock mit Gustavo Dudamel in Igor Strawinskys Feuervogel engagiert.

„Zu Neujahr wäre ich wie schon 2019 und 2020 mit dem Symphonieorchester der Volksoper nach Japan auf Tournee gefahren, leider hat uns Corona einen Strich durch die Rechnung gemacht“, sagt Thummerer, nimmt es aber leicht: „Es wird wieder eine bessere Zeit für die Musik kommen.“

Seinen Dienst beim Staatsopernorchester tritt er im September an. Zuvor stehen noch – so es Corona zulässt – Auftritte mit dem „Louie’s Cage Percussion Ensemble“, dessen ständiges Mitglied er ist, auf dem Programm. „In der Wiener Volksoper wollen wir unser neues Bühnenprogramm mit dem Titel ,Characters‘ vorstellen, sobald dies möglich ist“, sagt er.

Waidhofen streut er Blumen: „Man sieht in Wien, dass viele Musikprofis aus der Gegend kommen. Das liegt wohl am Kulturklima der Stadt und an der Musikschule.“