Kein Weg, kein Festival

Erstellt am 13. März 2012 | 00:00
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Web-Artikel 13237
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GEMEINDERAT / Herbert Danner zog Zustimmung zurück. Weg zur Gr. Reithbachquelle wird nicht saniert. Aus für Kunstprojekt.

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Der Weg zur Großen Reithbachquelle sollte saniert werden. Vorerst scheitert das am Nein des Grundeigentümers.HACKL
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VON STEFAN HACKL

ST. GEORGEN AM REITH / Nichts wird aus den „Lebens-Sinnen“. Unter diesem Projekttitel wollte sich die Gemeinde St. Georgen am Reith am Viertelfestival 2012 beteiligen. Die von SP-Gemeinderätin Renate Längauer entwickelte Idee klang vielversprechend: An fünf sommerlichen Wochenenden hätten die Besucher auf einem Rundweg zwischen Kirche und Großer Reithbachquelle schlendern können, begleitet von heimischen Musikanten.

Das Projekt scheitert am Veto von Grundeigentümer Herbert Danner, der das Areal im Herbst 2010 vom Blinden- und Sehbehindertenverband (ÖBSV) erworben hat. Der Landwirt zog seine Zustimmung zur Sanierung des Zugangswegs überraschend zurück. Das berichtete Bürgermeister Helmut Schagerl (SP) bei der Gemeinderatssitzung am vergangenen Freitag.

Konflikt um das  Hammerherrenhaus

Die Kosten für die Adaptierung und Erneuerung des Wegs hätte die Gemeinde getragen, auch für die Erhaltung wäre sie aufgekommen. Der Zugang zur imposanten Quelle war zuletzt nicht mehr gefahrenlos zu begehen. Der Blindenverband hatte sich laut Schagerl in den vergangenen Jahren nicht mehr entsprechend darum gekümmert.

Warum Danner seine Meinung änderte, führte er im Schreiben an die Gemeinde nicht aus. Den Ausschlag dürfte aber sein Konflikt mit dem Bundesdenkmalamt um das auf einer Anhöhe im Ortszentrum gelegene „Hammerherrenhaus“ gegeben haben. Herbert Danner möchte, dass die Denkmalhüter den Schutz über das stark baufällige Gebäude aufheben, was diese ablehnen. „Das Haus ist nicht mehr zu retten“, verstehen auch die Ortspolitiker von SPÖ und ÖVP die Haltung der Behörde nicht.

Bürgermeister Schagerl kündigte an, sich in beiden Angelegenheiten - Wegsanierung und Hammerherrenhaus - um einen Konsens zu bemühen.

Das Aus für das Kulturprojekt ist hingegen besiegelte Sache: Die Absage an die Viertelfestival-Macher soll diese Woche erfolgen.