Volkspartei legt weiter zu

Erstellt am 29. Jänner 2020 | 04:37
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ÖVP-Bürgermeisterin Juliana Günther wählte am Wahlsonntag im Gasthaus Bachlerhof und zeigte sich zuversichtlich, dass das Ergebnis für die ÖVP gut ausfallen werde. Letztendlich gewann ihre Partei ein Mandat dazu.
Foto: NOEN
ÖVP-Bürgermeisterin Juliana Günther holt ein zusätzliches Mandat. SPÖ muss einen Sitz abgeben.

Nur ÖVP und SPÖ standen bei der Gemeinderatswahl am Sonntag in Kematen zur Auswahl. Bei den letzten beiden Wahlen konnte die Volkspartei ihren Vorsprung zur SPÖ immer weiter ausbauen. Auch am Sonntag gelang ihr das. Mit einem Plus von 3,3 Prozent erreichte die ÖVP 65,8 Prozent und holte ein zusätzliches Mandat. Sie hält nun bei 14 Gemeinderatssitzen. Die SPÖ musste im Gegenzug ein Mandat abgeben. Sie kam auf 34,2 Prozent (minus 3,3 Prozent) und hält damit bei sieben Gemeinderatssitzen.

An der Spitze der ÖVP ging wieder Bürgermeisterin Juliana Günther ins Rennen. „Ich bin überglücklich, dass es uns gelungen ist, ein Mandat dazuzugewinnen“, sagt die Ortschefin. „Das ist eine schöne Bestätigung für die gute Arbeit, die mein Team und ich in den letzten Jahren geleistet haben.“ Gleich am Montag nach der Wahl habe sie die Arbeit für die Gemeinde wieder aufgenommen.

„Das ist eine schöne Bestätigung für die gute Arbeit, die wir in den letzten Jahren geleistet haben.“ ÖVP-Bürgermeisterin Juliana Günther

Das 18-köpfige SPÖ-Team wurde von Parteiobmann Kurt Kaindl angeführt. Er wollte mit der SPÖ zulegen. Das gelang nicht. „Die Enttäuschung ist jetzt aber nicht so groß“, sagt Kaindl. „Mein Ziel war zwar ein zusätzliches Mandat bzw. den Mandatsstand zumindest zu halten, ich bin aber doch recht kurzfristig als Spitzenkandidat in diese Wahl gegangen. Da war es dann nicht ganz leicht, unsere Themen noch dementsprechend zu positionieren.“

Der 66-Jährige war Anfang 2017 dem damaligen SPÖ-Obmann Gerald Einfalt nachgefolgt, der sich aus beruflichen Gründen aus der Kommunalpolitik zurückgezogen hatte. Für die Gemeinderatswahl 2020 wollte er eigentlich nicht mehr als Spitzenkandidat zur Verfügung stehen. Da potenzielle Kandidaten aber wieder absprangen, erklärte er sich schließlich doch dazu bereit, die SPÖ in die Wahl zu führen. Als weiteren Grund für den Mandatsverlust sieht der SPÖ-Obmann auch die gefestigte Position von Ortschefin Juliana Günther. „Der Bürgermeisterbonus war einfach zu groß, um punkten zu können“, sagt er.

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SPÖ-Spitzenkandidat Kurt Kaindl schritt ebenfalls im Bachlerhof zur Urne, um seine Stimme abzugeben. Sein Wunsch nach einem zusätzlichen Mandat wurde nicht erfüllt. Die SPÖ verlor einen Gemeinderatssitz.
Foto: Haselhofer

Sowohl bei der ÖVP als auch bei der SPÖ werden die Gemeinderatsmandate nach der jeweiligen Listenreihung vergeben.

Bei der ÖVP werden neben Ortschefin Günther auch Vizebürgermeister Walter Lettner sowie die bisherigen Mandatare Ilse Beham, Karl Wadsak Gerwald Schattleitner, Josef Katzengruber, Martin Nagelhofer, Martin Wagner und Duygu Yilmaz-Binici wieder im Gemeinderat vertreten sein. Neu dabei sind Iris Schrattbauer, Gerhard Greisinger, Marc Kaiblinger, Heidi Grissenberger und Josef Tatzberger. Nicht mehr dabei sind der geschäftsführende Gemeinderat Franz Kraft sowie die derzeitigen VP-Mandatare Josef Bayer, Hermine Dultinger und Markus Schmidl.

Fünf neue Mandatare bei ÖVP, drei bei SPÖ

Für die SPÖ werden Ortsparteiobmann Kurt Kaindl und die derzeitigen Gemeinderäte Matthias Fischböck und Alfred Schilling in den Gemeinderat einziehen. Neu im Team sind Birgit Faltlhansl, Lea Wersching und Manuel Härtinger. Ob Gemeinderat Christian Bloderer sein Mandat annehmen werde, sei derzeit noch nicht ganz fix, berichtet SPÖ-Obmann Kaindl.

Nicht mehr mit dabei sind Harald Heiden, Roland Schaumberger-Weiler, Werner Kaufmann und Marcus Fischböck. Letzterer kandidierte aufgrund eines Wohnsitzwechsels für die SPÖ Sonntagberg, schaffte es dort aber nicht in den Gemeinderat.

Die Wahlbeteiligung war in Kematen am Sonntag eher niedrig. Sie lag bei nur 68,9 Prozent. Bei der Gemeinderatswahl 2015 betrug sie noch 73,3 Prozent.

Vor fünf Jahren kam die ÖVP von Bürgermeisterin Juliana Günther auf 62,5 Prozent der Stimmen und konnte so ein Mandat von zwölf auf 13 zulegen und den Vorsprung zur SPÖ ausbauen. Die SPÖ, die damals noch mit Dieter Fischböck als Spitzenkandidat ins Rennen ging, kam auf 37,5 Prozent und verlor ein Mandat. Somit hatte die ÖVP die letzten fünf Jahre 13 und die SPÖ acht Mandate im Kematner Gemeinderat inne.

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