Proteste für Klima geplant. Wirtschaft 2050 tagte für Klima.

Von Lisa Hofbauer. Erstellt am 20. Februar 2019 (04:58)
Lisa Hofbauer
Unter der Leitung von Raphael Kößl (vorne, r.), Elisabeth Austaller (vorne, 2.v.r) und Lucia Kößl (vorne, 2.v.l.) wurde am Beta-Campus auf der Zell wieder über das Klima und die Möglichkeiten, dieses zu schützen, diskutiert.

Enorme Trockenheit im Sommer, große Schneemassen im Winter, hohe Temperaturschwankungen – die Anzeichen, dass sich unser Klima verändert, sind unverkennbar. Auf der anderen Seite Wachstum des Flugverkehrs, steigender Individualverkehr, Verbauung von Naturräumen.

Um diese Widersprüche aufzuzeigen und um der bevorstehenden Klimakatastrophe etwas entgegenzusetzen, rief der Verein Wirtschaft 2050 bereits im Vorjahr die Klimakonferenz ins Leben. Am vergangenen Donnerstag wurde zum zweiten Mal zu dieser Tagung in den Beta-Campus auf der Zell geladen.

Lucia Kößl: "Paradigmenwechsel der einzig gangbare Weg"

Nachdem das letzte Mal besprochen wurde, welche Dinge jede Person für sich ändern kann, wurde dieses Mal der Blick auf die strukturelle Ebene geworfen. „Wir finden, dass ein Paradigmenwechsel der einzig gangbare Weg ist“, sagte Organisatorin Lucia Kößl. „Obwohl es Möglichkeiten gibt, Dinge individuell zu ändern, liegen große strukturelle Änderungen letzten Endes bei der Politik.“ Hier liege es an den Einzelpersonen, Druck auf ebendiese auszuüben.

Und wie man die Dringlichkeit einer Veränderung in der Klimapolitik deutlich machen kann, dazu hat sich der Verein Wirtschaft 2050 auch bereits ein Konzept überlegt: Nachdem zwei Initiativen vorgestellt wurden, die aus der ersten Klimakonferenz hervorgingen – die Tanzerei sowie die Gruppe Erneuerbare Energie –, stellten Wirtschaft-2050-Obmann Raphael Kößl und Hermann Wagner ihren Ideenentwurf zu den Waidhofner Klimaprotesten vor.

„Die Idee ist aus dem Ärger heraus geboren, dass in der österreichischen Steuerreform 2019 kein ökologischer Anreiz enthalten ist“, sagt Wagner. „So dachten wir uns, dass man mit großer Zähigkeit und geballter Widerstandsfähigkeit in den öffentlichen Raum gehen soll, um dagegen zu protestieren.“

Dazu hat man auch bereits einen zwölf Forderungen umfassenden Katalog erstellt, der bei den Klimaprotesten nach außen getragen werden soll. Alle zwölf Punkte, die sich auf konkrete umsetzbare Maßnahmen beziehen, stehen dabei unter dem Schirm der Hauptforderung. In dieser wird von der österreichischen Bundesregierung eine „glaubhafte gesamtösterreichische Klimastrategie“, um die „Ziele des Pariser Abkommens auch wirklich erreichen zu können“, verlangt.

Wichtige Verkehrsrouten sollen blockiert werden

Angedacht ist, dass man sich einmal monatlich zu den Klimaprotesten trifft und dabei eine Viertel- bis eine halbe Stunde lang wichtige Verkehrsrouten in Waidhofen blockiert. „Damit wollen wir aufzeigen, dass wir eine andere Klimapolitik fordern“, sagt Kößl. Zusätzlich sollen noch Briefe und Petitionen, die man an die politischen Verantwortlichen übermitteln will, im Rahmen der Demo verfasst werden.

Dass die Demo monatlich und insgesamt zwölf Mal im Jahr stattfindet, wäre laut Kößl und Wagner ein „wichtiges Zeichen, um Zähigkeit auszudrücken“. „Nur mit einer maximalen Entschiedenheit und Ausdauer können wir schließlich auch eine Dynamik auslösen“, meinte Wagner. Man hofft, mit den Protesten in Waidhofen eine Welle anzustoßen, die dann auch auf andere Gemeinden und Städte überschwappt.

Wann der erste Klimaprotest stattfinden soll, ist derzeit noch nicht klar – davor muss noch einige organisatorische Arbeit geleistet werden. Man wolle aber sobald als möglich mit den Protesten beginnen. „Momentan ist der Klimaschutz wieder international in den Medien präsent“, sagt Kößl. „Wir schwimmen mit unserer Idee unweigerlich mit der Strömung, die es derzeit weltweit zum Thema Klima gibt, mit.“ Und so hofft man, auch in Waidhofen damit einen Nerv zu treffen.

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