Lobbyist Hochegger war HTL-Schüler

Erstellt am 15. November 2011 | 00:00
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VERGANGENHEIT / Lehrer und Mitschüler beschreiben den umstrittenen PR-Mann als Rhetoriktalent und „Schlitzohr“.
VON STEFAN HACKL

WAIDHOFEN / Peter Hocheggers Waidhofner Jahre: Der wegen BUWOG und Telekom Austria im Visier der österreichischen Justiz stehende Lobbyist schloss 1970 die HTL Waidhofen ab. Genauso wie sein jüngerer Bruder Paul besuchte der gebürtige Steirer die Technikerschmiede im Ybbstal.

Einer seiner ehemaligen Klassenkollegen ist heute Stadtrat in Amstetten: Anton Katzengruber erinnert sich an seinen „berühmten“ Ex-Kollegen: „Er war schon damals ein guter Rhetoriker, hat auch einen Redewettbewerb gewonnen und konnte dadurch in den Ferien zum Forum Alpach fahren.“ Fünf Jahre drückte Katzengruber genau hinter dem späteren PR-Agenturchef und Karl-Heinz-Grasser-Intimus die Schulbank: „Er saß in der ersten, ich in der zweiten Reihe.“ Schon in der HTL sei Hochegger durch seinen Ehrgeiz aufgefallen: „Er war sehr auf seinen Vorteil aus“, blickt Katzengruber zurück.

„Nicht unangenehm“ erinnert sich Prof. Friedrich Haselsteiner aus Waidhofen an seinen einstigen Schüler. Haselsteiner hielt in Hocheggers Klasse als Junglehrer seine erste Schulstunde. In der Geschichtsstunde hätten die jungen Techniker stets versucht, mit Aktionen wie Zahnpasta auf der Türschnalle die Grenzen auszuloten: „Peter Hochegger war da sicher einer der Anführer, er zählte nicht zu den Bravsten.“ Schulisch sei er aber nie ins Schwitzen geraten, durchschnittlich fielen seine Noten aus. „Er war schon damals ein Schlitzohr“, fasst Prof. Haselsteiner zusammen. Nachsatz: „Sehr überrascht hat mich seine Karriere daher nicht.“

Anton Katzengruber verlor den Ex-Schulkollegen nach der HTL aus den Augen: „Zu den Maturatreffen ist er nicht gekommen.“ In der HTL sieht man die Sache mit dem prominenten Abgänger, die auch in den Magazinen News und profil erwähnt wurde, gelassen. Der Tenor: „Auch wer eine gute Schule besucht, kann ein Schlitzohr werden.“