Waidhofen/Ybbs und Zell: Feuerwehren werden Einheit

Feuerwehren Waidhofen und Zell fusionieren. Neues Feuerwehrhaus soll errichtet werden.

Redaktion NÖN.at Aktualisiert am 21. September 2021 | 13:18

Am Samstag kamen die Mitglieder der Feuerwehren Waidhofen-Stadt und Zell zusammen, um über eine Zusammenlegung der beiden Wehren abzustimmen. Ehe es an diese Grundsatzentscheidung ging, präsentierten die beiden Kommandanten Michael Höritzauer (FF Waidhofen-Stadt) und Ulrich Kromoser (FF Zell) noch Zahlen, Daten und Fakten zu ihren Wehren.

Ein zentraler Grund für die Zusammenlegung ist der Platzmangel, an dem beide Feuerwehren leiden. Bei der Waidhofner Stadtfeuerwehr finden das Mannschaftstransportfahrzeug und das Versorgungsfahrzeug keinen Platz mehr im Feuerwehrhaus in der Mühlstraße und müssen abseits geparkt werden. Der Tragkraftspritzenanhänger und die Pulverlöschanlage müssen sogar privat untergestellt werden.

Ähnlich ist die Situation bei der Zeller Feuerwehr. Auch hier finden sich im Feuerwehrhaus in der Sergius-Pauser-Straße nur mehr schwer Plätze für die Spinde neuer Mitglieder. Auch an Parkplätzen mangelt es, da sich die Feuerwehr diese mit einem anderen Verein teilt. „Die Feuerwehrhäuser sind zwar gut erhalten, entsprechen aber nicht mehr den heutigen Standards“, sagte der Zeller Kommandant Ulrich Kromoser. Ebenso wie der Waidhofner Kommandant Michael Höritzauer betonte er die bereits bestehende gute Zusammenarbeit der beiden Waidhofner Wehren.

37:0 bei Stadtfeuerwehr, 17:5 bei der FF Zell

Als Paradebeispiel dafür wurde die gemeinsam geführte Kinder- und Jugendfeuerwehr angeführt, welche derzeit von Walter Meißnitzer (FF Waidhofen-Stadt) und Benjamin Wagner (FF Zell) betreut wird. Nachdem noch offene Fragen der Mitglieder geklärt worden waren, ging es an die Abstimmung. Dabei stimmten die Mitglieder beider Feuerwehren mit überwältigender Mehrheit für die Zusammenlegung. Bei der Stadtfeuersprachen sich alle 37 abgegebenen Stimmen dafür aus. Bei der FF Zell lautete das Ergebnis 17:5.

„Das ist eine zukunftsweisende Entscheidung für uns alle“, betonte Kromoser. Auch Höritz auer begrüßt das klare Ergebnis. „Ich freue mich, dass die Kameraden die Jahrhundertchance wahrgenommen haben“, sagte er. „In den nächsten Monaten wird die Zusammenarbeit beider Feuerwehren weiter verstärkt.“ Nun geht es für beide Wehren darum, in enger Zusammenarbeit mit der Stadt ein geeignetes Grundstück für ein gemeinsames neues Feuerwehrhaus zu finden. Danach werden die beiden Feuerwehren aufgelöst und eine neue gemeinsame Feuerwehr gegründet. So sollen die Tageseinsatzbereitschaft, die Ausbildung und die Schlagkraft der Feuerwehr verbessert werden, heißt es seitens des Bezirksfeuerwehrkommandos.

„Gerade unsere Feuerwehren sind für das Gemeinwesen unverzichtbar. Ihr Einsatz ist nicht selbstverständlich, das ist natürlich auch dem Gemeinderat bewusst“, sagt Bürgermeister Werner Krammer. „Schon in den letzten Jahren war uns eine verstärkte Kommunikation und Kooperation mit unseren Feuerwehren wichtig, weil es uns gemeinsam ermöglicht, den gesetzlichen Auftrag zum Schutz der Bevölkerung bestmöglich zu sichern. Sichtbarstes Zeichen dafür ist wohl die Förderrichtlinie, in der die finanziellen Beiträge der Stadt geregelt sind.“

Stadt unterstützt Zusammenlegung

Er sei von den beiden Feuerwehren über das Vorhaben der Zusammenlegung informiert worden, berichtet der Stadtchef. „Diese Überlegungen habe ich allen Fraktionen im Gemeinderat weitergegeben und wir haben dann gemeinsam kommuniziert, dass wir diesem Vorhaben wohlwollend und positiv gegenüberstehen“, sagt Krammer. „Selbstverständlich ist uns dabei bewusst, dass es dafür eine gemeinsame Infrastruktur, im konkreten Fall ein gemeinsames Feuerwehrhaus, braucht.“

Wo dieses genau errichtet werden könnte, darüber wollte sich der Stadtchef noch nicht äußern. Es gebe jedenfalls ein paar Optionen, meint er dazu.