Mondi: 120 Jobs sind gefährdet

Erstellt am 28. Mai 2013 | 00:00
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Foto: NOEN, Heribert Hudler
Betriebsversammlung / Mondi kündigt Mitarbeiter in Kematen und Hausmening, offiziell will man keine Zahlen nennen.
Von Hermann Knapp und Julia Edermayr

AMSTETTEN/KEMATEN /  Die Angst um den Arbeitsplatz geht bei vielen Beschäftigten der Mondi Neusiedler um. Schon seit Wochen kursieren Gerüchte im Bezirk, dass das Unternehmen plant, Jobs in seinen Werken Hausmening und Kematen abzubauen. Dass an der Sache etwas dran ist, zeigt nun die für Montag anberaumte Betriebsversammlung.

Aufregung um die Mondi hatte es schon im Jahr 2008 gegeben. Damals war überhaupt die Schließung der Werke im Mostviertel im Raum gestanden. Nach Verhandlungen mit dem Land gab Vorstandschef Peter Oswald dann allerdings bekannt, „dass sich Niederösterreich als zukunftsträchtiger Standort durchgesetzt habe“. Dafür wurde ein Werk in Ungarn geschlossen. Oswald wurde übrigens laut Berichten in Wirtschaftsmedien kürzlich auf Nominierung von Analysten und Portfoliomanagern aus der europäischen Papier- und Zellstoffindustrie zum CEO des Jahres 2013 gekürt. Die Kriterien für die Nominierung umfassten Führungskompetenz, Weitsicht und strategische Leistung. „Das Europa-Geschäft wird konsequent gut geführt, und eine Reihe wesentlicher und einschneidender Veränderungen wurden hervorragend gemeistert“, meinte die Jury.

Mondi bestätigte am Montagnachmittag, dass das Unternehmen die Betriebsräte über die geplante Reorganisation des Uncoated Fine Paper Geschäftsbereiches in Österreich informiert hat, der zur Mondi Neusiedler GmbH gehört. Der anhaltende Rückgang im Markt der grafischen Papiere, insbesondere in Westeuropa, sowie die ansteigenden Rohstoff- und Energiekosten hätten die wirtschaftliche Situation der teilweise integrierten Papierfabriken negativ beeinflusst. Als Folge erzielte die Mondi Neusiedler GmbH in den letzten drei Jahren ein negatives Ergebnis.

„Unser Ziel ist es, die Profitabilität wieder herzustellen und die Struktur und Kapazität dieser Papierfabriken zu optimieren, um deren nachhaltige Zukunft sicherzustellen. Deshalb werden wir sorgfältig eine Reihe von Möglichkeiten prüfen und eng mit den Betriebsräten zusammenarbeiten, um eine Möglichkeit zu finden, die Fabriken mit Blick auf ihre aktuelle wirtschaftliche Situation überlebens- und wettbewerbsfähig zu halten,“ kommentiert Peter Orisich, CEO Uncoated Fine Paper, Mondi Europe & International.

„Wir werden erst am Ende des Prozesses wissen, wie viele Mitarbeiter betroffen sein werden. Allen betroffenen Mitarbeitern wird eine Unterstützung angeboten werden, um so schnell wie möglich eine passende Lösung für sie zu finden. Mondi fühlt sich verpflichtet, alle Mitarbeiter fair zu behandeln und wird den vorgeschlagenen Prozess transparent gestalten,“ stellt Peter Orisich fest.

Die Mondi Neusiedler GmbH beschäftigt derzeit 691 Mitarbeiter. In Mitarbeiterkreisen spricht man nun von 120 Beschäftigten (vorher bis zu 150), die um ihre Jobs fürchten müssen.