Müllentsorgung teurer: Verband hebt Tarife an

Erstellt am 18. Jänner 2011 | 00:00
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HÖHERE KOSTEN / Fracht der Abfälle ist teurer. Haushalt muss jährlich künftig 193,45 statt 167,9 Euro für Müllabfuhr zahlen.

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Der Obmann-Stellvertreter des Umweltverbandes im Bezirk, Ennsdorfs Bürgermeister Alfred Buchberger und Ing. Wolfgang Lindorfer verkündeten die Erhöhung der Mülltarife. Gleichzeitig wiesen sie auf das umfassende Service des Verbandes hin - im Bild symbolisiert durch die kleinen Mülltonnen. HUDLER
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VON HERMANN KNAPP

BEZIRK AMSTETTEN / Seit dem Jahr 2004 ist die Müllgebühr im Bezirk nicht gestiegen. Doch heuer ist es so weit. „Wir kommen aufgrund höherer Treibstoffpreise, höherer Frächterkosten und des gestiegenen Verbraucherpreisindexes nicht da-rum herum, unsere Gebühren anzupassen. Es handelt sich aber um eine moderate Erhöhung - und zudem haben wir in den letzten Jahren ja auch unsere Leistungen massiv erweitert“, sagt der Obmannstellvertreter des Gemeindeverbandes für Umweltschutz im Bezirk Amstetten, Ennsdorfs Bürgermeister Alfred Buchberger.

Bisher musste ein Haushalt pro Tag rund 46 Cent für die Müllentsorgung aufbringen, künftig werden es 53 Cent sein. Für ein Einfamilienhaus wird die jährliche Müllgebühr künftig also durchschnittlich 193,45 Euro (inkl. MwSt.) betragen, bisher waren es 167,9 Euro.

Erlöse für Altmetall und  Altpapier sind gesunken

Die Erhöhung notwendig gemacht haben auch die durch die Wirtschaftskrise gesunkenen Erlöse. Nahm der Verband im Jahr 2007 durch den Altpapierverkauf noch 350.000 Euro ein, so waren es 2009 nur noch 120.000 Euro. Beim Altmetall sank der Erlös von 160.000 Euro im Jahr 2008 auf 120.000 Euro im Jahr 2009. Die genauen Summen für 2010 liegen in beiden Bereichen noch nicht vor - sie dürften sich aber auf dem Niveau von 2009 bewegen.

Trotz der Erhöhung liegen die Müllgebühren im Bezirk im Niederösterreich-Vergleich noch im unteren Bereich. Und der Verband bietet den Bürgern für ihr Geld auch eine umfassende Entsorgungsstruktur. „Wir haben 1100 Altstoff-Sammelinseln, 14 Altstoff-Sammelzentren, 8 Tierkörper-Sammelplätze, vier Altstoff-Sammelplätze und zehn Altstoff Service Zentren“, listet Wolfgang Lindorfer vom Umweltverband auf. Zudem kann jeder Bürger im Bezirk in jedem Altstoff-Sammelzentrum seinen Müll abgeben. Stolz ist man beim Verband über die hohe Trennmoral der Bürger im Bezirk. Rund 66,9 Prozent der Abfallmenge wurde 2009 recycelt. „Ob wir diesen Spitzenwert im Jahr 2010 noch toppen konnten, werden wir in den nächsten Wochen erfahren“, sagt Lindorfer.

Im Jahr 2011 will der Verband verstärkt auf Bewusstseinsbildung in Sachen Müllvermeidung setzen. „Vor allem wollen wir da mit Schulen zusammenarbeiten und den Kindern in Projektarbeiten, aber auch in Einzelstunden näher bringen, wie wichtig der Schutz unserer Umwelt ist - und dazu gehört, wenig Müll zu produzieren.“