Stadtturm öffnet seine Türen. Stadtturm öffnet einen Sonntag im Monat seine Pforten. Handwerk und Religion im Fokus. Neue Attraktion: Schneiderwerkstatt

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 26. April 2019 (06:22)
Magistrat
Inge Janda, Petra Müller und Maria Gumpinger vom Musealverein zeigen Bürgermeister Werner Krammer (v.l.) die Schneiderei.

Er diente einst als Wachtturm und prägt noch heute das Stadtbild der Ybbstalmetropole: Der Stadtturm am Oberen Stadtplatz war ursprünglich ein Eckturm aus der ersten Besiedlungsphase Waidhofens, die vom Schloss bis zum Freisingerberg reichte. Der Ausbau zu einem hohen repräsentativen Turm mit Uhrwerk erfolgte nach dem Jahr 1532 und wurde mit dem sogenannten „Türkenschatz“ finanziert, den die Waidhofner Bürger den vor der Stadt lagernden osmanischen Reitertruppen abgejagt hatten. Das Ziffernblatt an der Fassade des Turms zeigt noch heute die genaue Stunde des Sieges: 11.45 Uhr.

Viele Jahrhunderte war der Stadtturm Wohnsitz des Turmwächters, dessen Aufgabe bis in die Zwischenkriegszeit vor allem die Feuerwache war. Obwohl dies eine sehr wichtige Funktion im Gemeinwesen war, lassen die Wohnverhältnisse im Türmerstübchen davon nur wenig erahnen. Deshalb ist der Stadtturm wohl besonders geeignet, die Lebenswelt der unteren Gesellschaftsschichten in der Vergangenheit aufzuzeigen. Ab Mai öffnet das Museum im Türmerstübchen wieder jeden ersten Sonntag von 13 bis 17 Uhr seine Pforten.

Betreut wird es vom Musealverein. Neben Einblicken in die Lebensweise des Türmers bekommt man hier auch seltene Exponate zu den Themen Handwerk und Religion zu sehen. Neu hinzugekommen ist im Stadtturm eine Schneiderwerkstatt der Familie Floh, die neben einer alten Nähmaschine zahlreiche Handwerksutensilien beinhaltet. So kann beispielsweise der Blaudruck hier entdeckt werden.