Erstellt am 11. Juli 2018, 05:07

von Andreas Kössl

Tiefe Trauer um Franz Hofleitner. HAK-Direktor Franz Hofleitner ist am Montag im 64. Lebensjahr tragisch verstorben. Als Stadtpolitiker hat der Kultur- und Sportfreund Waidhofen viele Jahre lang geprägt.

Franz Hofleitner ist am Montag Abend im 64. Lebensjahr tragisch verstorben. Mit ihm verliert Waidhofen einen leidenschaftlichen Pädagogen, der die Stadt als Kommunalpolitiker viele Jahre lang entscheidend mitgeprägt hat.
 
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Waidhofen trauert um Franz Hofleitner. Der HAK-Direktor verstarb am Montag Abend im 64. Lebensjahr nachdem er beim Radfahren auf der Zell offensichtlich einen Herz-Kreislauf-Stillstand erlitten hatte und in Folge zu Sturz gekommen war. Trotz sofortiger Reanimationsmaßnahmen durch Anrainer und Passanten sowie das Notarztteam des Roten Kreuzes kam leider jede Hilfe zu spät.

25 Jahre lang war Franz Hofleitner für die ÖVP im Waidhofner Gemeinderat aktiv, zehn Jahre davon als Stadtrat. 1992 zog der damalige HAK-Lehrer ins Stadtparlament ein und arbeitete dort unter vier Bürgermeistern fünf Gemeinderatsperioden lang mit. 2002 übernahm er einen Stadtsenatssitz. Die Ressorts, die er bis 2012 leitete, reichten vom Krankenhaus und den Personalagenden über die Liegenschaften und den Umweltbereich bis zu Sport, Bildung und Kultur, wobei ihm besonders letztere eine große Herzensangelegenheit war.

Als Stadtrat fiel die Übergabe des Waidhofner Spitals an das Land ebenso wie der Umbau des Rothschildschlosses und die Errichtung des Hollein-Kubus auf dem Schlossturm in seine politische Zuständigkeit. In seinen letzten fünf Jahren als Stadtrat war Franz Hofleitner neben der Kultur auch für den Sport zuständig, der für ihn wie die Kultur einen sehr hohen Stellenwert hatte. Selbst begeisterter Hobbysportler nutzte er jede Gelegenheit zum Laufen, Radfahren oder Skitourengehen.

Ein Pädagoge mit Leib und Seele

Nach der Gemeinderatswahl 2017 zog sich Hofleitner aus der Kommunalpolitik zurück und konzentrierte sich ganz auf seine Tätigkeit als Pädagoge. Ein solcher war er mit Leib und Seele. Der gebürtige Wiener Neustädter kam 1978 als junger Lehrer nach Waidhofen, um an der Handelsakademie Geschichte und Geografie zu unterrichten. „Der Lehrberuf ist meine große Leidenschaft. Wenn eine Stunde gut gelingt, dann ist das ein wunderschönes Gefühl“, sagte er nach seinem Ausscheiden aus der Politik in einem NÖN-Gespräch. 2010 übernahm er die Schulleitung von HAK, HAS und TZW. Für seine Schule war er stets im Einsatz, für seine Schüler und Lehrer hatte er immer ein offenes Ohr.

Von seiner Leidenschaft als Pädagoge zeugt auch Hofleitners Engagement in der Erwachsenenbildung. Seit dem Jahre 1987 engagierte er sich in der Volkshochschule Waidhofen, koordinierte dort anfangs das Vortragswesen und begann dann damit, Exkursionen zu organisieren. 2005 übernahm er die Leitung der Bildungseinrichtung, die er bis zuletzt mit großer Leidenschaft ausübte.

Besonders angetan hatte es dem Historiker auch die Stadtgeschichte. Seine Dissertation über Waidhofen unter Bürgermeister Franz Josef Kohout konnte er 2014 fertigstellen.

„Mit Franz Hofleitner verliert Waidhofen einen großen Gestalter, der seine Visionen für eine lebenswerte Stadt in vielerlei Hinsicht einbrachte, ob als Nachtwächter mit seinem fundierten historischen Wissen, als Direktor der HAK/HAS, als Leiter der städtischen Volkshochschule oder in seiner Funktion als langjähriger Stadtrat“, sagt Bürgermeister Werner Krammer. „Unvergessen bleiben auch seine sportlichen Initiativen, wo er unter anderem als maßgeblicher Mitbegründer des Stadtlaufs seine Spuren in Waidhofen hinterlassen hat. Mit ihm ist ein liebevoller Mensch und eine prägende Figur unserer Stadt viel zu früh aus dem Leben gerissen worden. Ich bedauere diesen Verlust zutiefst. Mein aufrichtiges Mitgefühl gilt der Familie, der ich viel Kraft in dieser schweren Zeit wünsche!“

Franz Hofleitner hinterlässt seine Frau und drei erwachsene Kinder sowie zwei Enkelkinder.