Negativer Bescheid

Erstellt am 13. November 2012 | 00:00
Lesezeit: 2 Min
Dieser Artikel ist älter als ein Jahr
Web-Artikel 51798
Foto: NOEN
Abschiebung / Antrag der Familie Malikov auf humanitäres Bleiberecht von Behörde abgelehnt. Treffen zwischen Bürgern und Bürgermeister.
Von Andreas Kössl

WAIDHOFEN / Die aus Tschetschenien stammende Familie Malikov bangt weiterhin wegen der ihr drohenden Abschiebung. Wie berichtet, floh Vater Musa vor zwei Jahren gemeinsam mit seiner Frau Malika und Sohn Rasul aus seiner Heimat, nachdem er verhaftet und gefoltert worden war. In Waidhofen kam Tochter Rayana zur Welt. Die Familie ist in Waidhofen bestens integriert, der 30-jährige Familienvater hat eine Einstellzusage eines lokalen Unternehmens in der Tasche und engagiert sich ehrenamtlich. Dennoch fiel der Asylbescheid negativ aus. Seit Anfang Oktober protestiert eine Gruppe engagierter Waidhofner Bürger jeden Sonntag vor dem Haus der Familie, um zu zeigen, dass sie mit der Abschiebung der Familie nicht einverstanden ist.

Doch die Chancen, dass die Familie in Österreich bleiben kann, sind gering. Der Antrag der Familie auf humanitäres Bleiberecht wurde nun von der Behörde abgelehnt. Unter den etwa 50 Bürgern, die sich Woche für Woche zu den sogenannten „Tea-Partys“ einfinden, herrscht Bestürzung und Ärger zugleich. Bestürzung, weil eine Familie mit zwei kleinen Kindern in ein Land abgeschoben werden soll, wo sie ein ungewisses Schicksal erwartet, Ärger, weil es – trotz Unterstützungsbezeugungen der Politik – anscheinend keine Handhabe dagegen gibt.

Um zu erfahren, welche rechtlichen Möglichkeiten es noch gibt und wie es zeitlich für die Familie ausschaut – das Abschiebeverfahren wurde ja schon eingeleitet – wurde für kommende Woche ein Termin mit Bürgermeister Wolfgang Mair und der zuständigen Magistratsabteilung vereinbart. „Wir wollen in einem dringenden Appell aufrufen, alle Möglichkeiten auszuloten und zeigen, dass es Menschen gibt, die mit dieser Vorgehensweise nicht einverstanden sind“, so Hermann Wagner, der das Treffen organisiert hat.