Einkommen: Bezirk Amstetten an der Spitze. Region führt die Statistik schon seit 16 Jahren an. Verdienstschere zwischen Männern und Frauen ist aber auch enorm.

Von Hermann Knapp. Erstellt am 04. Dezember 2019 (03:22)
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Der Bezirk verteidigte auch im Jahr 2018 seine Spitzenposition beim Medianeinkommen. 2.430 Euro brutto verdienten die Beschäftigten durchschnittlich im Monat. Das Einkommensniveau im Bezirk liegt damit 11,9 Prozent über dem niederösterreichischen Medianeinkommen.

Auf Platz zwei im Bezirksranking liegt in der Einkommensanalyse der Arbeiterkammer die Statutarstadt Waidhofen an der Ybbs mit 2.300 Euro, dicht gefolgt vom Bezirk St. Pölten mit 2.298 Euros.

Die Angestellten im Bezirk verdienen durchschnittlich 2.673 Euro, die Arbeiter 2.340 Euro (Waidhofen 2.396 zu 2.246 Euro). „Wir sind ja schon seit 16 Jahren die Nummer eins beim Medianeinkommen. Das liegt natürlich an den Industriebetrieben im Bezirk, aber auch an der Nähe zu Oberösterreich. Dort werden ja im Bundesvergleich hohe Gehälter gezahlt und da müssen auch unsere Unternehmen mit, wenn sie ihre Fachkräfte halten wollen“, sagt AK-Bezirksstellenleiter Robert Schuster.

Wo viel Licht, ist aber auch Schatten. „Die Einkommensschere zwischen Männern und Frauen im Bezirk ist inzwischen extrem geworden“, sagt Schuster. Laut Statistik verdienen Frauen um 42,8 Prozent weniger als Männer (Waidhofen 40,2 Prozent). Nirgendwo sonst in NÖ ist die Schere so hoch, wie im Bezirk. „Das liegt natürlich auch daran, dass Frauen oft nur Teilzeit arbeiteten, andererseits gibt es im Handel aber auch fast nur noch Teilzeitjobs“, sagt Schuster.

Für den Bezirksstellenleiter der Wirtschaftskammer im Bezirk, Andreas Geierlehner, stellt die Einkommensanalyse dem Wirtschaftsraum Amstetten ein sehr gutes Zeugnis aus. Grund dafür sei der gute Branchenmix von Industrie und mittelständischen Strukturen, aber auch ein hoher Anteil an Beschäftigten in Hochlohnbranchen.

„Die Einkommensunterschiede von Männern und Frauen führe ich darauf zurück, dass der Anteil von Frauen bei den Teilzeitbeschäftigten wesentlich höher ist und mehr Männer in Produktionsbetrieben mit höherem Lohnniveau arbeiten“, sagt Geierlehner. Bei gleicher Ausbildung, gleicher Berufserfahrung und bei ein und demselben Arbeitsplatz sollte das Lohnniveau aber gleich hoch sein, betont er.

Der Wirtschaftskammer-Bezirksstellenleiter blickt übrigens optimistisch ins Wirtschaftsjahr 2020. Er erwartet sich vor allem positive Effekte von heuer getätigten Investitionen und Betriebsansiedlungen im Bezirk.