Opponitz

Erstellt am 04. Januar 2019, 13:49

von Lisa Hofbauer

Jagdgut Hohenlehen ist pleite. Das Jagdgut Hohenlehen musste Insolvenz anmelden. Der Betrieb soll aber dennoch fortgeführt werden.

800 Hektar umfasst die hochalpine Eigenjagd des Gutes Hohenlehen. Dazu kommen noch 50 Hektar Ackerflächen, Wiesen und Weiden mit 82 Angus-Rindern und 110 Schweinen. „Der Familienbetrieb soll für die Region erhalten bleiben“, meint Schmidtkunz. Grund für die Insolvenz seien personelle Veränderungen in den letzten zwei Jahren gewesen, meint Gutsherr Michael Schmidtkunz.  |  NÖN-Archiv

Das Jagdgut Hohenlehen im Gemeindegebiet von Opponitz ist pleite. In der letzten Woche gab der Alpenländische Kreditorenverband (AKV) Europa bekannt, dass über das Vermögen des Jagdgutes ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung beim Landesgericht St. Pölten eröffnet wurde.

Als Insolvenzursache gab Gutsherrin Angelika Schmidtkunz gegenüber dem AKV das Ausscheiden ihres Ehemannes Michael Schmidtkunz aus der Führung des Unternehmens an. Dessen Ausstieg habe zu einem massiven Umsatzrückgang geführt. Seit Herbst letzten Jahres ist Schmidtkunz nun wieder im Unternehmen tätig, seither seien massive Einsparungsmaßnahmen gesetzt worden. Dennoch konnte die Zahlungsunfähigkeit nicht mehr abgewendet werden.
Die Passiva betragen laut eigenen Angaben des Unternehmens rund 634.000 Euro, betroffen sind drei Dienstnehmer sowie 92 Gläubiger. Hauptgläubiger ist die Schmidtkunz’sche Familienstiftung mit Sitz in Vaduz.

Eigenjagd umfasst gesamt 800 Hektar

Das Jagdgut Hohenlehen umfasst sowohl eine Wald- und Landwirtschaft als auch die Jagd. „In der Landwirtschaft werden 50 Hektar Ackerflächen, Wiesen und Weiden bewirtschaftet sowie 82 Angus-Rinder und 110 Schweine gehalten“, berichtet Stephan Mazal vom Verband Creditreform. In den Naturteichen des Gutes werden Forellen und Saiblinge gezogen, die 800 Hektar große, hochalpine Eigenjagd umfasst Rot-, Gams-, Muffel-, Reh- und Damwild sowie Steinböcke und wird auch Jagdkunden zur Verfügung gestellt.

Erst im Mai letzten Jahres öffnete Michael Schmidtkunz einen Nahversorger am Hohen Markt in Waidhofen. In der ehemaligen Fleischerei von Hans Pöchhacker eröffnete Schmidtkunz den „Gutshof“, wo er regionale Fleisch- und Wurstwaren vertreibt. „Der Ab-Hof-Verkauf hier in Waidhofen läuft unverändert weiter. Ich stehe hier auch selbst im Geschäft“, sagt Gutsherr Michael Schmidtkunz.

International einen Namen machte sich Schmidtkunz auch mit der sogenannten „Salsiccia per la Guardia del Papa“ („Wurst der päpstlichen Garde“) – einer eigens für den Vatikan kreierten Wurst. Seit zwei Jahren liefert der Unternehmer die eigens kreierte „Papstwurst“ an das kirchliche Oberhaupt im Vatikan. Bei einer Pilgerfahrt im Jahr 2016 stellte er gemeinsam mit Fleischermeister Hans Pöchhacker die Wurst erstmalig Papst Benedikt XVI vor, seit April 2017 wird die „Papstwurst“ nun in kirchlichen Einrichtungen und Klöstern, und auch im Vatikan, angeboten.

Jagdgut soll weiter betrieben werden

Eine Fortführung des Familienbetriebs, der im Jahr 1905 vom Kronen-Zeitung-Gründer Gustav Davis begründet wurde, ist derzeit geplant. „Unser Bestreben liegt nun in der Erhaltung des Gutes Hohenlehen für die Region. Der Betrieb soll weitergeführt werden“, sagt Michael Schmidtkunz.

Der Betrieb soll saniert werden, angeboten wird den Gläubigern eine 20-prozentige Sanierungsplanquote innerhalb von zwei Jahren. Über den Sanierungsplan soll Ende März dieses Jahres abgestimmt werden.