Skaterszene im Ybbstal im Vormarsch

Skaten ist seit Kurzem olympisch und erfreut sich auch im Ybbstal immer größerer Beliebtheit.

Lena Guntendorfer Erstellt am 17. September 2021 | 05:21
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Am Waidhofner Skaterplatz herrscht immer öfter Hochbetrieb. Jakob Oberbramberger, Moritz Forster, Benjamin Helm, Matthias Bramauer, Tobias Leimlehner und Georg Wildling (vorne, von links) sowie Zvonko Franjic, Bende Györei und zwei weitere Nachwuchs-Skater (hinten, von links). Bild unten: Der Ybbsitzer Thomas Helm beim Frontside Flip.
Foto: Guntendorfer

Skaten ist eine Sportart, die in den letzten Jahren immer mehr an Popularität gewonnen hat. Vor allem jungen und jung gebliebenen Menschen hat es das Skaten angetan. Die Ungezwungenheit der Community reizt auch immer mehr Ybbstaler. Hier bieten der Waidhofner Verein WY-Curve und der Skateverein Ybbsitz die Gelegenheit, selber aktiv zu werden.

In Ybbsitz nutzen zwischen zehn und fünfzehn Skater im Alter von 15 bis 30 Jahren die vorhandenen Rampen. Eine Szene gibt es schon seit einigen Jahren, wirklich angefangen hat der Zuwachs aber erst in den letzten drei, vier Jahren. Und das, obwohl ein richtiger Skatepark immer noch fehle, erzählt Dominic Kamleitner. Geskatet wird derzeit neben dem Freibad.

Kamleitner fährt seit ungefähr drei Jahren Skateboard. In die Szene hineingebracht haben ihn Freunde. „Ich habe zuerst Fußball gespielt, aber mit der Zeit haben mich die ständigen Trainingseinheiten immer mehr genervt“, erzählt der Ybbsitzer. „Beim Skaten kann ich selber bestimmen, wann und wie lange ich trainieren möchte. Es ist einfach um einiges selbstbestimmter.“

Neuer Skaterpark in Ybbsitz im Gespräch

Diskussion bezüglich eines Standorts für einen Skaterplatz gibt es in Ybbsitz schon länger. Zuletzt war der Dr.-Meyer-Park im Gespräch. Ein Anliegen, das dem Skateverein im Ort besonders wichtig ist, ist die Weitergabe von erlerntem Können an weniger Erfahrene. Wenn es einen Skaterplatz gibt, möchte man auch Kurse anbieten.

Auch in der Waidhofner Skaterszene wird der Zusammenhalt großgeschrieben. Der Skatepark am Lokalbahnhof hat in letzter Zeit immer mehr Zuwachs bekommen. Mittlerweile seien es schon mehr als 30 Leute, die hier skaten kommen, erzählt Matthias Bramauer. Er selbst hat vor rund vier bis fünf Jahren zu skaten begonnen. „Ich habe irgendwann einmal ein Skateboard geschenkt bekommen und bin dann mit ein paar Freunden einfach mal skaten gegangen“, sagt er. „Nach und nach sind wir dann immer mehr geworden.“

Geskatet wird in Waidhofen seit nun schon sieben Jahren auf dem Skaterplatz beim Lokalbahnhof. WVP-Gemeinderat Christoph Dahdal hat als damaliger Obmann des Vereins WY-Curve die Initiative dazu gesetzt. Zuvor hat es provisorische Rampen in der Eislaufhalle gegeben. Um den Skaterpark zu verwirklichen, haben die Skater selbst tatkräftig mitgeholfen. Auch wenn der Platz beim Lokalbahnhof nicht ideal sei, merkt Bramauer an. Immer wieder gebe es Beschwerden von Anrainern, die sich über den Lärm beschweren, berichtet der Waidhofner. Und das, obwohl die Skater die erlaubten Zeiten, so gut es gehe, einhielten. Um 20 Uhr sei Schluss.

„Die meisten Obstacles sind halt auch schon alle alt und lärmen ziemlich“, sagt Bramauer. „Das Problem würde besser werden, wenn wir neue Rampen bekommen würden. Dann wäre es vielleicht auch möglich, dass wir im Sommer länger bleiben können. Wir skaten höchstens mal eine halbe Stunde länger als erlaubt ist und dann auch nur am Boden, damit es nicht so laut ist. Gerade im Sommer kann man fast nur am Abend skaten, weil es am Tag zu heiß ist. Aufhören um 20 Uhr ist da schon echt früh.“

„Beim Skaten kann ich selber bestimmen, wann und wie lange ich trainieren möchte.“ Dominic Kamleitner

Die meisten Rampen seien noch von der Zeit in der Eislaufhalle, berichtet Bramauer. „Mit den beiden IOU Ramps die damals neu gekauft wurden, sind wir aber noch sehr zufrieden.“ Eine andere Idee sei, fixe Elemente in den Park einfließen zu lassen. „Eine gemauerte lange Ledge und ein Flatrail würden einen guten Anfang machen“, sagt Bramauer. „Ebenso eine neue Bank, die um einiges leiser wäre als die, die jetzt benutzt wird.“

Für die Erhaltung des Skaterparks sorgt der Verein WY-Curve selbst. Im Winter wird am kompletten Terrain am Lokalbahnhof Streusplit aufgetragen. Skaten ist da nicht möglich, da schon bei kleinen Steinen Stürze vorprogrammiert sind. Einen Ausweichplatz haben sich die Skater selbst geschaffen. So wurde eine alte Tischlereihalle in Gstadt zum Skatepark umfunktioniert. Dieser ist allerdings privat. In Ybbsitz gibt es das nicht.  Bei den diesjährigen Olympischen Spielen in Tokyo war das Skaten erstmals eine olympische Disziplin. Die Reaktionen im Ybbstal darauf fallen sehr gelassen aus. „Einen wirklichen Unterschied hat das jetzt nicht gemacht“, meint Bramauer. „Ich habe jetzt von keinem gehört, dass er oder sie das super fände. Ich finde sowieso, dass Wettbewerbe beim Skaten überbewertet sind.“ Von Ybbsitzer Seite ist die Reaktion darauf ähnlich.

Frauen sind in der Ybbstaler Skaterszene bislang noch eine Seltenheit. „Bei uns sind um einiges weniger Frauen als Männer skaten“, sagt Kamleitner. „Die Zahl ist aber in den letzten Jahren gestiegen und wir freuen uns über alle, die Freude am Skaten haben.“