Arnold Zamarin: Pädagoge und Musiker. Musiker Arnold Zamarin über seinen Werdegang und die Intertonale in Scheibbs.

Von Ulrich Musa-Rois. Erstellt am 25. Juli 2021 (03:11)
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Musiker Arnold Zamarin blickt auf eine abwechslungsreiche Musik-Karriere zurück und ist als künstlerischer Leiter für die Intertonale in Scheibbs aktiv. Weitere Infos zum Künstler: www.zamarin.at
Lisa Zalud, Lisa Zalud

Von 10. bis 16. Juli fand heuer in Scheibbs bereits zum sechsten Mal die Intertonale statt, ein Seminar und Festival für Musik. Ins Leben gerufen wurde die Veranstaltung von Gerald Zagler, dem Verein Proberaum Scheibbs und dem gebürtigen Ybbsitzer Arnold Zamarin, der bei der Intertonale die Funktion des musikalischen Leiters einnimmt. Die NÖN sprach mit dem Musiker, Komponisten, Arrangeur und Pädagogen über seinen musikalischen Werdegang, aktuelle Projekte und die Intertonale.

Bontempi-Orgel als Geschenk zum Einstieg

Die Begeisterung für Musik entwickelte sich bei Arnold Zamarin bereits im Alter von vier bis fünf Jahren. Damals bekam er von seinen Eltern eine Bontempi-Orgel geschenkt und begann rasch einfache Melodien darauf nachzuspielen. Die so erkannte Begabung wurde dann bald durch Klavierunterricht in Ybbsitz gefördert und am Ende seiner Hauptschulzeit entschloss sich Arnold Zamarin, den besonders musischen Zweig des BORG in Krems zu besuchen. Es gab damals auch eine schuleigene Big Band, der er gerne beitreten wollte, was sich als Pianist aber schwer gestaltete.

„Da hieß es einfach, jetzt spielst du solo! Dadurch wurde ich gefordert und es machte mir richtig Spaß.“ Arnold Zamarin über seine Zeit am BORG Krems

Dadurch in spiriert, wechselte Arnold Zamarin auf das Saxofon als Hauptinstrument und begann parallel an der Musikschule Waidhofen/Ybbs und am BORG Krems Unterricht zu nehmen, spielte aber auch von Anfang an bei der Big Band mit. Sein damaliger Saxofon-Lehrer Dieter Hauk in Krems war auch maßgeblich daran beteiligt, dass er eine Leidenschaft für Saxofon und für Improvisierte Musik entwickelte, wie sich Arnold Zamarin erinnert: „Mein Saxofon-Lehrer im BORG Krems nahm mich vom ersten Moment an zu Heurigen und Konzerten mit, um dort Musik zu machen. Da hieß es einfach, jetzt spielst du solo! Dadurch wurde ich gefordert und es machte mir richtig Spaß.“

Nach seiner Matura begann er ein Informatik-Studium, wechselte aber bald auf die Universität für Musik und darstellende Kunst Wien, wo er Instrumentalpädagogik Saxofon Popularmusik mit klassischem Schwerpunkt Klavier studierte. Nach seinem Abschluss mit Auszeichnung schloss Zamarin ein Kompositionsstudium in Berlin ab.

Seit seiner Kindheit war Arnold Zamarin auch davon fasziniert, eigene Lieder zu schreiben und aufzunehmen. „Eigentlich habe ich das schon immer gemacht. Auch während des Klavierspielens in der Volksschule habe ich versucht, eigene Kompositionen zu kreieren. Ich habe dann mit ungefähr zwölf ein Keyboard bekommen, auf dem man programmieren konnte, und so habe ich eigene Sachen geschrieben und Kompositionen auf Kassette aufgenommen.“

Während des Studiums gründete er mit Studienkollegen das Saxofon-Quartett „Phoen“, für das er auch von Beginn an komponierte und arrangierte. In Berlin gründete er das Add-on Orchestra, ein zwölfköpfiges Ensemble, das seine Kompositionen und Arrangements umsetzen konnte. Zamarin brachte sich auch im Selbststudium und mit einigen Privatstunden Klarinette bei, ebenfalls ein Instrument, das ihm bei seinen Big-Band-Engagements zugute kam. Außerdem gab er immer wieder Klavier- und Saxofonunterricht, arrangierte und transkribierte Filmmusik, arrangierte zwei Hefte für die Universal Edition und war in unzähligen Projekten aktiv.

Expertise geteilt und Sessions am Abend

2016 fand dann zum ersten Mal die Intertonale statt. Führende Künstler aus unterschiedlichen Genres teilen dabei in Workshops ihre Expertise mit den Teilnehmenden. Außerdem gibt es jeden Abend Sessions, die von den Workshopleitern eröffnet werden und an denen sich alle Teilnehmer beteiligen können.

In diesem Jahr gab es Workshops und Konzerte mit Lylit (Eva Klampfer), Sophie Lindinger, Rojin Sharafi, Benny Omerzell, Masha Dabelka und Michael Heindl sowie ein Überraschungskonzert der Band My Ugly Clementine. Ein möglichst breiter musikalischer Horizont war für das Festivalteam von Beginn an wichtig, genauso wie eine möglichst hohe Diversität bei den Themen.

„Wir versuchen möglichst breit aufgestellt zu sein und ein möglichst großes Spektrum abzudecken. Wir schrecken vor keinem Genre zurück. Wenn es für uns interessant ist und wir merken, dass es die Leute interessiert, dann versuchen wir, es umzusetzen“, erklärt Arnold Zamarin. Den Verantwortlichen ist es auch sehr wichtig, eine gendergerechte Verteilung bei Workshopleitern zu erreichen und generell ein Umfeld zu schaffen, in dem sich alle Beteiligten auf Augenhöhe begegnen können. „Es soll weniger ein Lehrer-Schüler-Verhältnis sein, als ein Austausch unter Kollegen, egal welchen Alters“, erklärt Arnold Zamarin.

Neben seiner Tätigkeit als Veranstalter und Musiker ist Arnold Zamarin verstärkt als Musikpädagoge aktiv. Im August übernimmt er die Betreuung der Saxofonisten und Klarinettisten beim Orchestercamp „Camp Styria“ und im September startet er als Saxofon- und Klarinettenlehrer am BORG St. Pölten. Außerdem gründete er im letzten Jahr seinen Noten-Eigenverlag Zamarin Edition und eröffnet im September die private Musikschule „Musikschule am Park“ in Wien.