Garten für alle in Allhartsberg

Erstellt am 25. April 2022 | 04:59
Lesezeit: 3 Min
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2016 wurden Hochbeete errichtet. Diese werden – wie auch das Glashaus – gemeinschaftlich genutzt, es gibt aber auch Einzelparzellen.
Foto: Gemeinschaftsgarten Allhartsberg
Ein Projekt ermöglicht gemeinschaftliches und naturnahes Gärtnern in Allhartsberg.

Da auch im Ybbstal immer mehr Menschen aufgrund ihrer Wohnsituation keinen Zugang zu einem eigenen Garten haben, entstehen seit einiger Zeit an vielen Orten Gemeinschaftsgärten, die auch ihnen die Möglichkeit bieten, zu gärtnern. In Allhartsberg gibt es ein solches Projekt bereits seit 2013. Koordinator Christian Dorninger sprach mit der NÖN über die Geschichte des Projekts und die Beweggründe dahinter.

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Koordinator Christian Dorninger.
Foto: privat

Initiiert wurde der Garten vom Verein AJAX (Alternative Jugend Allhartsberg) in Kooperation mit der Marktgemeinde Allhartsberg und dem Verein „Die Muntermacher“. „Der Verein AJAX kümmerte sich um die Betreuung des Naturbads und einige Mitglieder stellten fest, dass es dort beim Beachvolleyballplatz eine brache, ungenützte Wiese gab. So entstand der Gedanke mit dem Gemeinschaftsgarten“, erinnert sich Dorninger. Die betreffende Fläche liegt auf einem Grundstück der EVN, entstand im Zuge des Kraftwerkbaus und wurde der Gemeinde für Freizeitaktivitäten überlassen, auch das Naturbad befindet sich auf diesem Grundstück. Die Motivation hinter der Gründung des Gemeinschaftsgartens war vor allem, allen Interessierten die Gelegenheit zu bieten, naturnah zu gärtnern. „Da es auch in Allhartsberg immer mehr Wohnungen gibt, war der ursprüngliche Gedanke, auch für Leute mit Wohnung die Möglichkeit zu schaffen, ihr eigenes Gemüse anzubauen“, erzählt Dorninger. „Ich hatte damals selbst eine Wohnung und der Balkon wurde langsam zu klein.“

Nach einigen initialen Treffen wurde dann 2013 auch gleich mit dem Anbau begonnen. „Gestartet haben wir mit einem Erdäpfelfeld über die ganze Fläche. Im Herbst wurden dann Sträucher und Obstbäume gesetzt, da gibt es mittlerweile über 200 verschiedene. Eine Förderung vom Land NÖ hat uns bei der Finanzierung geholfen“, sagt Dorninger.

Erleichterung durch Zusammenarbeit

Der Gemeinschaftsgarten funktioniert nach den Prinzipien der „Natur im Garten“-Initiative, so wird zum Beispiel kein Kunstdünger verwendet. Immer wieder gibt es auch Workshops und Vorträge zu Themen, die mit dem Gärtnern in Zusammenhang stehen. Im Laufe der Jahre wurden Hochbeete, ein Solardörrer und eine Gartenhütte errichtet. Ein Teil des Gemeinschaftsgartens ist der Waldgarten, wo verschiedenste essbare Sträucher, Obstbäume und Kräuter wachsen. „Alle paar Monate gibt es einen Waldgartenaktionstag, da werden dann gemeinsam anstehende Arbeiten erledigt“, erklärt Dorninger. Über die Homepage des Vereins kann man sich für den WaldgartenNewsletter anmelden und wird dann über Termine informiert.

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Immer wieder gibt es im Gemeinschaftsgarten auch Workshops rund um das Thema Garten. Beim Kräuterschnecken-Workshop lernten Teilnehmerinnen und Teilnehmer, eine solche Kräuterschnecke selbst anzulegen.
Foto: Gemeinschaftsgarten Allhartsberg

Derzeit sind zehn bis fünfzehn Leute aktiv am Gemeinschaftsgarten beteiligt, wobei es sowohl gemeinschaftlich genutzte Flächen, wie zum Beispiel das Glashaus und die Hochbeete, gibt als auch Einzelparzellen. Die gemeinschaftliche Betreuung bietet für die einzelnen Mitglieder Vorteile, wie Dorninger erklärt: „Im Frühjahr gibt es immer ein Gemeinschaftsgartentreffen. Da werden die Pläne der einzelnen Personen besprochen, Parzellen zugeteilt und weitere Vorhaben besprochen. Es gibt einen jährlichen Gießplan, wo jede Woche abgewechselt wird. Das ist für jeden eine Erleichterung und man muss nicht immer vor Ort sein.“