Tourismus im Ybbstal: Branche ist optimistisch

Erstellt am 27. April 2022 | 03:27
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Corona hat Spuren hinterlassen. Regionale Tourismus-Betriebe blicken allerdings positiv in die Zukunft. Neue Angebote sollen Gäste in die Ybbstaler Alpen bringen.

Dass die Lust auf Reisen in ferne Länder steigt, zeigen aktuelle Zahlen des Flughafens Wien: Im Vergleich zum März des Vorjahrs hat sich die Zahl der Passagiere versechsfacht – was allerdings trotzdem nur halb so viele Flugreisende bedeutet wie im März 2019 vor der Corona-Pandemie.

Auch für regionale Reiseunternehmen ist die Lage trotz Corona-Lockerungen nicht einfach: „Nach einem völligen Einbruch 2020 wurden letzten Sommer wieder zahlreiche Reisen gebucht“, schildert Andrea Lueger vom Busunternehmen Luegerreisen in Konradsheim. „Die Leute haben die 3-G-Regel akzeptiert und auf sich genommen“, erklärt sie. Man habe in ihrem Betrieb verstärkt Inlandsreisen angeboten, was gut funktioniert habe. Auch heuer setze man wieder auf Österreich und das umliegende Ausland. Die Buchungslage sei ähnlich wie letzten Sommer. Nicht nur bei den drei- bis sechstägigen Urlaubsreisen, sondern auch bei den Tagesausflügen müsse man sich auf sehr kurzfristige Buchungen einstellen, da die Leute vorsichtig geworden sind – wohl auch wegen des Ukraine-Kriegs, meint Lueger. „Es ist schwierig in der Reisebranche das dann zu planen. Das richtig einzuschätzen, damit muss man umgehen lernen.“ Durch die familiäre Atmosphäre der Touren in Kleingruppen profitiert das Unternehmen von Buchungen der Stammkunden, die Lueger liebevoll „unsere Reisefamilie“ nennt.

Auch für Josef Hofbauer, der in Ybbsitz eine Frühstückspension und seit letztem Sommer auch einen kleinen Campingplatz mit acht Stellplätzen betreibt, ist die Buchungslage schwer einschätzbar. „Camper buchen kurzfristig, aber die Prognosen sind gut und so kleine Campingplätze wie unserer sind selten und recht gefragt“, zeigt er sich zuversichtlich. Auch mit der Auslastung seiner Frühstückspension könne er zufrieden sein, betont Hofbauer. Einige Wochenenden sind schon komplett ausgebucht, auch viele ausländische Gäste sind darunter.

Buchungslage wie vor Corona-Pandemie

Im Schloss an der Eisenstraße ist die Buchungslage für das zweite Quartal sogar schon wieder auf demselben Niveau wie vor der Pandemie. „Der Ausblick ist sehr erfreulich“, beschreibt Hotelier Hannes Scheiblauer die Situation. Sowohl für Seminare als auch für Hochzeiten und von Privatgästen werde das Hotel gebucht.

Auf einen erfolgreichen Sommer freut sich auch Herbert Zebenholzer, Geschäftsführer des Tourismusverbands Ybbstaler Alpen und des Bike-parks Königsberg. „Wir sagen, wir sind das kleine Salzkammergut. Wir haben den einzigen natürlichen See Niederösterreichs. Und so viele Ausflugsziele, und zwar richtig hochwertige“, schwärmt er. Ein klares Highlight ist der Ybbstalradweg, der jährlich circa 60.000 Besucher anlockt. Ebenfalls gefragt sind sanftes Wandern auf eigene Faust oder mit geführten Touren sowie kulturelle Angebote, wie auf der Lunzer Seebühne oder in Waidhofen. Auch zahlreiche Bäder, Rafting, Canyoning und hochwertige Museen werden geboten.

Bei der Produktentwicklung neuer Tourismusangebote setzen Zebenholzer und sein Team auf Kombiangebote. Natur, Wildnis, Wasser und Berg sind hier die Stichworte. Von der fertigen Tour, wie dem Welterbepackage oder dem Bergsteigerpackage, bis zur Erlebnisraumbroschüre zum Erkunden auf eigene Faust reichen hier die Angebote. „Wir vernetzen uns untereinander. Es zählt nicht der Neidfaktor, sondern alle arbeiten zusammen“, erklärt Zebenholzer. „Die Region soll sexy werden. Dass die Leute nicht ins Salzkammergut oder nach Salzburg wollen, sondern sagen, ich komme nach Hollenstein oder Waidhofen“, führt Zebenholzer aus. Bei Privatzimmervermietern und Urlaub am Bauernhof ist die Buchungslage gut. Im Sommer seien bereits einige ausgebucht, schildert Zebenholzer. In den größeren Häusern merke man schon noch Pandemie-Spuren, aber die Buchungszahlen steigen. „2019 hatten wir 320.000 Nächtigungen und 1.186.000 Besucher bei den Ausflugszielen. Wir hoffen auf einen normalen Sommer“, betont er. Man merke zwar, dass viele der österreichischen Touristen nun wieder ins Ausland fahren, hält Zebenholzer weiter fest. Dafür kämen aber die Gäste aus Ungarn, der Slowakei, Tschechien und Deutschland wieder – speziell in der Vor- und Nachsaison auch viele „Oanachtler“, wie er sie nennt. Dabei handle es sich meist um Pensionisten, die den Ybbstalradweg bereisen und am nächsten Tag weiterfahren.

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