Rettung für Königsberg

Erstellt am 11. Dezember 2012 | 00:00
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Foto: NOEN
Skigebiet / Land NÖ fixiert über ecoplus Förderung von 80.000 Euro für Hollensteiner Skigebiet. Stille Beteiligung der Ybbstal-Gemeinden über 80.000 Euro. Weyer mit an Bord.
Von Andreas Kössl

HOLLENSTEIN / Ein Aufatmen ging vergangene Woche durch Hollenstein: Die Weiterführung der Königsberg-Lifte ist gesichert. Das Land Niederösterreich unterstützt das Skigebiet über ihre Wirtschaftsagentur ecoplus aus Mitteln der Regionalförderung mit 80.000 Euro. Dies wurde vergangenen Donnerstag fixiert, nachdem das vorliegende Konzept einer eingehenden Prüfung durch die Österreichische Hotel- und Tourismusbank (ÖHT) unterzogen worden war. „Der Bergtourismus wurde als fixe Größe in der Tourismusstrategie des Landes Niederösterreich festgeschrieben. Ziel ist die gemeinsame Weiterentwicklung der Standorte. Neben unserer eigenen Beteiligungsgesellschaft unterstützen wir weiterhin jene Gebiete, die nicht in der Gesellschaft integriert sind nach den festgeschriebenen Fördervoraussetzungen. Die geplanten Investitionen im Skigebiet Königsberg-Lifte Hollenstein erfüllen diese Kriterien“, so Wirtschafts- und Tourismuslandesrätin Petra Bohuslav in einer ersten Stellungnahme.

Lange stand die Zukunft der seit den 1960er-Jahren bestehenden Königsberg-Lifte auf Messers Schneide. Nachdem der Wiener Unternehmer Klaus Stepan im Frühjahr 2011 angekündigt hatte, sich aus persönlichen Gründen nach der Skisaison 2011/2012 als Betreiber zurückziehen zu wollen, wurde fieberhaft nach einem neuen Betreiber für das Skigebiet gesucht. Gespräche mit mehreren Interessenten blieben aber schlussendlich erfolglos, bis sich schließlich mit Herbert Zebenholzer und Wirt Peter Jagersberger zwei Hollensteiner um den Königsberg annahmen. Ein Konzept wurde entwickelt und mit der Königsberg-Hollenstein Skilifte GmbH eine Betreibergesellschaft gegründet.

Regionaler Schulterschluss

Mit an Bord sind auch die fünf Ybbstal-Gemeinden Hollenstein, Ybbsitz, Opponitz, St. Georgen/Reith und Waidhofen, die sich über die Wirtschaftspark Ybbstal GmbH mit insgesamt 80.000 Euro als Gesellschafter in das Skigebiet einbringen. Den Löwenanteil übernimmt dabei als Hausherr die Gemeinde Hollenstein mit 40.000 Euro. Waidhofen steuert 20.000 Euro bei, Ybbsitz 10.000 Euro und Opponitz und St. Georgen/Reith jeweils 5.000 Euro. Koordiniert wurden die Gespräche und Vorarbeiten für die Weiterführung von Eisenstraße-Obmann Andreas Hanger, der sich glücklich über diesen „regionalen Schulterschluss“ zeigt. Ein Schulterschluss, der auch vor den Landesgrenzen nicht Halt macht. So möchte sich auch die oberösterreichische Gemeinde Weyer mit 5.000 Euro in das Skigebiet einbringen. „Auch für Weyer ist der Königsberg neben der Forster-alm als Skigebiet enorm wichtig“, so Bürgermeister Gerhard Klaffner. Der dazu nötige Gemeinderatsbeschluss steht derzeit noch aus. Mit dem Hollen-steiner Unternehmer Michael Spitzer (TVA GmbH) und dem Ybbsitzer Steuerberater Werner Brandner bringen sich auch private Investoren ein.

„Es ist uns gelungen alle Kräfte zu bündeln“, so Hanger. „Man sieht: Wenn alle an einem Strang ziehen, dann kann man was bewegen.“ Wichtig dabei sei das „Herzblut“ der neuen Betreiber. „Ohne Herzblut geht es nicht“, so Hanger. Ziel der Regionalförderung sei es, Impulsprojekte zu fördern, die in der Region getragen werden, so die stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende der ecoplus, Michaela Hinterholzer. Dies sei hier der Fall. Die Wirtschaftlichkeit sei geprüft und die Nachhaltigkeit sichergestellt worden.