WVP: Koger wird Stadträtin. Finanzstadtrat Pfannenstill gibt Amt ab, Engelbrechtsmüller übernimmt. Bildung und Kultur für Koger.

Von Andreas Kössl. Erstellt am 13. Februar 2019 (05:01)
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Nadja Koger rückt in den Stadtsenat auf und übernimmt die Kultur-, Bildungs- und Personalagenden.

Eine Umstrukturierung im Stadtsenat nimmt die Waidhofner Volkspartei vor. Peter Pfannenstill (45), bislang für Finanzen, Personal und IT verantwortlich, legt das Amt des Stadtrats aus beruflichen Gründen zurück. Seine Agenden werden aufgeteilt.

Das Finanzressort übernimmt Stadtrat Peter Engelbrechtsmüller (59) zusätzlich zu seinen bisherigen Ressorts Sport, Tourismus und Wirtschaft. Die IT-Agenden wandern zu Liegenschaftsstadtrat Franz Sommer (56), der damit bereits in der Vergangenheit betraut war.

„Das Finanzressort muss über den Parteien stehen. Ich bin zuversichtlich, dass auch Peter Engelbrechtsmüller das kann.“Stadtchef Werner Krammer

Die Personalagenden wird künftig WVP-Gemeinderätin Nadja Koger (40) innehaben. Sie übernimmt den frei werdenden Stadtsenatssitz von Pfannenstill und bekommt die Kultur- und Bildungsagenden von Bürgermeister Werner Krammer übertragen. In der nächsten Gemeinderatssitzung am 25. Februar soll der Umbau vollzogen werden. Vom WVP-Parteivorstand wurde die Umstrukturierung bereits einstimmig beschlossen.

Grund für die Rochade sind berufliche Herausforderungen für Peter Pfannenstill, durch die er nicht mehr regelmäßig an Ausschüssen und Gemeinderatssitzungen teilnehmen kann. Mit seiner Firma Softsolution ist der WVP-Mandatar aus St. Georgen/Klaus nämlich gerade dabei, eine Niederlassung in den USA aufzubauen. Ein bis zwei Jahre sind für dieses Projekt, für das Pfannenstill immer wieder in den USA vor Ort sein wird müssen, veranschlagt.

Pfannenstill bleibt WVP-Gemeinderat

„Dieses Projekt wird mich in der ersten Phase sehr fordern, aber auch die Funktion des Finanzstadtrats ist sehr umfangreich und deshalb habe ich mich dazu entschlossen, mich hier zurückzunehmen“, sagt Pfannenstill. „Ich möchte meine Tätigkeit als Finanzstadtrat nicht bloß so nebenbei machen.“

Als Gemeinderat bleibt Pfannenstill der WVP nach wie vor erhalten. Mit dem Leiter der Finanzabteilung am Magistrat Martin Grestenberger wird er sich weiterhin der Umstellung des Verrechnungswesens widmen. „Hier gibt es neue Vorschriften, die 2020 umgesetzt werden sollen“, sagt Pfannenstill. „Das ist ein großes Projekt, zu dem ich schon viel Vorarbeit geleistet habe. Das werde ich auch weiterverfolgen.“ Pfannenstill kann sich vorstellen, nach Abschluss seines US-Projekts wieder für das Amt des Finanzstadtrats zur Verfügung zu stehen.

Sein Nachfolger als Finanzstadtrat, Peter Engelbrechtsmüller, freut sich auf die neue Aufgabe. „Natürlich ist das eine große Herausforderung und ich habe mir das wohl überlegt“, sagt er. „Da ich aber in meiner Firma gute Leute habe, kann ich mich hier freispielen.“ Die Aufgaben, die nun auf ihn zukommen, seien ihm als Unternehmer nicht fremd. „Ich denke, es ist momentan die beste Lösung, die Wirtschaft und die Finanzen zusammenzuführen.“ Seinem Vorgänger streut Engelbrechtsmüller Rosen: „Peter Pfannenstill hat als Finanzstadtrat einen Riesenjob gemacht. Wir haben aber generell in Waidhofen einen Gemeinderat, mit dem wir gut für die Zukunft aufgestellt sind.“

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Peter Engelbrechtsmüller übernimmt das Finanzressort zusätzlich zu Wirtschaft, Tourismus und Sport.

Das Finanzressort sei ein ganz wichtiges Ressort, auf das mit der Umstellung auf die neue Buchhaltung nun eine große Herausforderung zukomme, hält Bürgermeister Werner Krammer fest. „Peter Engelbrechtsmüller als erfahrener Unternehmer hat hier umfassendes Wissen. Er war die erste Wahl, um in die Fußstapfen von Peter Pfannenstill zu treten. Dass man die Bereiche Wirtschaft und Finanzen zusammenlegt, macht außerdem Sinn. Schließlich hängen beide zusammen.“

Auch der Stadtchef lobt den scheidenden Finanzstadtrat in den höchsten Tönen: „Peter Pfannenstill hat neben seiner fachlichen Kompetenz auch große Besonnenheit und Sachlichkeit in der Kommunikation an den Tag gelegt. Das Finanzressort muss über den Parteien stehen. Ich bin aber zuversichtlich, dass auch Peter Engelbrechtsmüller das kann.“

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Finanzstadtrat Peter Pfannenstill gibt sein Amt aus beruflichen Gründen ab, bleibt aber im Gemeinderat.

Bei der Frage, wer in den Stadtsenat nachrücke, habe man eine breite Palette zur Auswahl gehabt, sagt der Bürgermeister. „Vor allem den Bildungsbereich hätten auch andere abdecken können.“ Die Wahl sei schließlich auf Koger gefallen, weil sie in ihrer kurzen Zeit als Mandatarin Eigeninitiative und Tatkraft an den Tag gelegt habe und ein großes Kommunikationstalent sei. „Und fachlich traue ich Nadja Koger diese Aufgaben absolut zu“, sagt Krammer. Schweren Herzens habe er die Kulturagenden abgegeben, gibt der Stadtchef zu. „Als Bürgermeister kamen da aber manche Dinge zu kurz. Da bin ich nun froh, dass es jemanden gibt, der das hundertprozentig machen kann.“

Für Koger, die erst seit Jänner 2017 für die WVP im Gemeinderat sitzt, kam der Ruf in den Stadtsenat unverhofft. Für die Krankenschwester, die seit 20 Jahren bei der Caritas in der mobilen Hauskrankenpflege tätig ist, war aber rasch klar, dass sie den Job machen wird. „Für mich kam das alles anders als erwartet“, sagt Koger. „Ich habe mir das dann einen Tag durch den Kopf gehen lassen, dann war klar, dass ich diese Herausforderung annehmen werde.“